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Gewitter in SH : Unwetter-Chaos: Schwerverletzte nach Unfall auf A7

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Gewitter über SH: In der Nacht sorgt die vereiste Fahrbahn auf der A7 für einen schweren Unfall. Im Land führt Platzregen nicht nur zu heftigen Überflutungen.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2014 | 07:10 Uhr

Rendsburg/Neumünster/Lübeck | Ein heftiges Frühlingsgewitter mit Hagel, Blitz und Donner beschäftigt in Schleswig-Holstein seit Donnerstagabend Feuerwehr und Polizei. In der Nacht kam es auf der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Büdelsdorf und Owschlag in Richtung Norden nahe Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zu einer Karambolage – ausgelöst durch Hagel. „Auf der vereisten Fahrbahn sind insgesamt neun Fahrzeuge ineinander gekracht, darunter auch ein Sattelzug“, sagte ein Sprecher der Polizei in Kiel. Vier Menschen wurden teils schwer verletzt. „Kurz vorher war die Straße noch nass – und plötzlich fuhren wir dann in einen regelrechten Hagelteppich“, schildert ein Autoinsasse die Situation. Die Fahrzeuge gerieten auf der spiegelglatten Autobahn ins Rutschen.

Während viele Autos nur leicht miteinander oder mit den Leitplanken kollidierten, erwischte es einen Mercedes-Geländewagen besonders schwer. Dessen 76-jähriger Fahrer geriet ebenfalls ins Schleudern und prallte in einen Sattelzug mit nach hinten überstehender Ladung. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrzeug nahezu vollständig zerstört und die Beifahrerin im Fahrzeug eingeklemmt. Die 75-Jährige musste von der Feuerwehr Büdelsdorf aus den Trümmern des Wagens befreit werden und wurde anschließend mit lebensbedrohlichen Verletzungen in eine Klinik eingeliefert. Weitere drei Autofahrer wurden bei dem Unfall ebenfalls verletzt. Nach dem Unfall sperrte die Polizei die Autobahn in Richtung Norden voll und leitete den Verkehr um. Die Vollsperrung dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

Feuerwehr-Einsatzleiter Burkhard Wardin sagte zur Wettersituation: „So etwas habe ich zu dieser Jahreszeit und dieser Intensität in unseren Breitengraden noch nie erlebt“.

Das Wetter sorgte auch andernorts im Land für Chaos: In Rendsburg musste der Kanaltunnel für zwei Stunden bis etwa 2 Uhr nachts voll gesperrt werden. Die Pumpen konnten die einlaufenden Wassermassen zunächst nicht komplett aufnehmen. Der Starkregen überflutete rund um Rendsburg zahlreiche Keller, so dass die Feuerwehr dort bis zum Freitagmorgen mehr als 200 mal ausrücken musste, sagte ein Feuerwehrsprecher.

 

Am Freitagmorgen beschäftigte die Feuerwehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein abgerutschter Erdwall auf der Kreisstraße 86 bei Brekendorf. Auf einer Länge von etwa einem Kilometer sammelte sich teilweise 50 Centimeter hoher Schlamm, der Autofahrern das Weiterfahren unmöglich machte.

Ein Blitzeinschlag in das Dach eines Mehrfamilienhauses in Wrist im Kreis Steinburg nahm am Vormittag ein glimpfliches Ende. Eine Frau hatte den Blitz zufällig gesehen und sofort die Feuerwehr alarmiert, wie die Polizei Itzehoe mitteilte. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, bevor sich die Flammen ausbreiteten. Die sechs Hausbewohner im Alter zwischen 22 und 59 Jahren blieben unverletzt. Der Sachschaden wurde auf 5000 Euro geschätzt.

In Lübeck wurde am frühen Freitag ein Radfahrer verletzt, als ein Straßenschild auf ihn stürzte. Insgesamt rückte die Feuerwehr dort 18 mal aus, um umgestürzte Bäume oder Zäune zu sichern, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Süd in Lübeck.

In Hamburg wurde die Feuerwehr am frühen Freitag alarmiert, weil ein Blitz in ein Haus eingeschlagen hatte. Das Dach qualmte zwar, ein Feuer konnten die Rettungskräfte aber nicht finden. Am Vortag hatte die Feuerwehr in Hamburg noch ganz andere Sorgen. Sie musste wegen der sommerlichen Hitze mehr als 1000 mal ausrücken. Unter anderem half sie Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen.

Ein heftiger Platzregen führte am Donnerstagabend auch in Neumünster zu heftigen Überschwemmungen. Mehrere Straßenzüge waren vorübergehend 20 bis 30 Zentimeter hoch überflutet und wurden zum Teil gesperrt. Etliche Keller und ein Supermarkt liefen voll Wasser.

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