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Von Dagebüll nach Handewitt : Schwertransporte rollen durch die Nacht

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Verkehrsinseln an Straßenkreuzungen wurden komplett dem Erdboden gleich gemacht: Schwertransporte mit Bauteilen für Windkraftanlagen sorgen für Unruhe und Staunen in Nordfriesland und im Kreis Schleswig-Flensburg.

Dagebüll/Handewitt | Den Anwohnern entlang der Bundesstraßen 5 und 199 sowie in den anliegenden Orten stehen unruhige Nächte bevor. Grund sind zahlreiche Schwertransporte mit Überbreite, die in den kommenden Wochen vom Fährhafen Dagebüll nach Handewitt und Wanderup rollen.

Mit Ankunft der Bauteile für mehrere große Windkraftanlagen, die in Windparks in den Gemeinden Handewitt und Wanderup errichtet werden sollen, hat auch der letzte Transportweg dieser überdimensionalen „Puzzleteile“ begonnen. Auf dem Seeweg wurden Turmelemente, Drehkränze und Maschinenhäuser nach Dagebüll transportiert. Von dort geht es nun auf der Straße weiter bis an den Bestimmungsort. Dieses Vorhaben gleicht angesichts der enormen Größe der Einzelteile einer logistischen Meisterleistung.

Anwohner entlang der Strecke konnten schon länger vorausahnen, dass „Großes“ auf sie zukommt – denn bereits in den vergangenen Wochen wurde die Strecke für die Spezialtransporter mit bis zu 26 Achsen geebnet. Straßenlaternen wurden absichtlich in Schieflage gebracht oder zur Seite gedreht, Kreisverkehre erhielten eine „Durchfahrt“ und Verkehrsinseln an Straßenkreuzungen wurden komplett dem Erdboden gleich gemacht.

Dementsprechend großes Interesse lockte die Anwohner dann auch noch mitten in der Nacht aus den Häusern - „solche Giganten bekommt man schließlich nicht jeden Tag vor der Haustür zu sehen“, so ein Einwohner von Handewitt, der sich gegen halb zwei in der Nacht die filigranen Fahrkünste der Riesen-Laster anschaute.

Bereits in der Nacht zu Mittwoch setzte sich der erste Transport mit drei Lastwagen in Bewegung, in der Nacht zu Freitag folgte dann der nächste mit insgesamt fünf Lastwagen. Dabei wurde auch ein Maschinenhaus transportiert.

Um freie Fahrt zu gewährleisten und eventuelle Schäden an Bäumen zu beseitigen sowie Verkehrsschilder kurzfristig umzusetzen, wurde der Transport nicht nur von der Polizei und etlichen Begleitfahrzeugen eskortiert – auch ein Abschleppwagen sowie das Team einer Garten- und Landschaftsbaufirma begleiteten die Schwertransporter. Bis auf einige abgebrochene Äste verlief auch der zweite Transport reibungslos. Nach der Abfahrt gegen 22.30 Uhr in Dagebüll erreichten die Lastwagen gegen 2.30 Uhr in der Nacht ihre Abladestelle in Handewitt.

Auch in den kommenden Wochen werden die Transporte immer in den Nächten von Dienstag auf Mittwoch und von Donnerstag auf Freitag erfolgen, um den Verkehr möglichst wenig zu behindern. Nach Abschluss aller Transporte werden dann auch die Verkehrsinseln und Kreisverkehre wieder in ihren Ursprungszustand versetzt.

Die Windkraftanlagen werden nun in den kommenden Wochen an ihrem Bestimmungsort montiert und sollen bereits Anfang Juli den ersten Strom in das Netz einspeisen.

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erstellt am 16.Mai.2014 | 11:04 Uhr

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