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Polizei-Kontrolle : Schwertransporte: Die Rollende Gefahr auf der Straße

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was auf Schleswig-Holsteins Straßen rollt, ist erschreckend: Bei einer Kontrolle gab es bei jedem zweiten Lkw Beanstandungen.

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2014 | 19:44 Uhr

Flensburg | Sie fahren ohne Genehmigung, haben ihre tonnenschwere Last schlecht gesichert und sind oft auch noch überladen. Das ist das Ergebnis einer Schwertransport-Kontrolle der Polizei. Fast 50 Prozent der Transporte wurden beanstandet, in sechs Fällen untersagten die Beamten die Weiterfahrt. „Die Branche nutzt schamlos aus, dass Kontrollen wegen der personellen Lage dünn gesät sind“, sagte einer der Polizisten vor Ort.

Auf der A7 bei Lottorf (Kreis Schleswig-Flensburg) und der B 5 bei Husum wurden 24 Schwertransporter herausgewunken. Der Fokus lag auf Fahrzeugen ohne Polizeibegleitung. In fünf Fällen fehlte die Genehmigung oder war mangelhaft. Ein Laster mit einem Kranteil war um 13 Prozent überladen, einer hatte ein zehn Tonnen schweres Betonteil nicht richtig gesichert und war zu breit, dazu kamen Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten sowie technische Mängel. „Fünf Transportzüge und ein sechsachsiger Mobilkran durften nicht weiterfahren“, sagt Polizeisprecher Markus Langenkämpfer.

Die Zahl der Schwertransporte im Norden als Transitland wächst. Mit 40.000 Anträgen rechnet der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in diesen Jahr. Nur rund 7000 besonders breite Transporte hat die Polizei begleitet.

Innenminister Stefan Studt (SPD) will die Praxis der privaten Begleitung ausweiten, um den Spediteuren die Wartezeiten bei den Polizei-Eskorten zu ersparen. Auf einem Abschnitt der B206 ist ein Pilotprojekt geplant. Dort sollen Schwertransporte fahren, bei denen hoheitliche Aufgaben wie das Sperren der Gegenfahrbahn von Privatfirmen übernommen werden. Und auch bei den geplanten 122 Stellenstreichungen könnte es die Begleitung von Schwertransporten treffen.

Die Polizei fürchtet, dass Privatfirmen es mit den Vorschriften nicht so genau nehmen, um ihre Kunden nicht zu verlieren. Und die Spediteure könnten auf seltsame Spar-Ideen kommen. „Wir haben schon ein dänisches Taxi mit Blinklicht als Begleitfahrzeug vorneweg fahren sehen“, berichtet Langenkämpfer.

Nach der Kontrolle soll es übrigens nicht bei Bußgeldern bleiben. „Die Spediteure haben sich durch die fehlenden Genehmigungen einen Wettbewerbsvorteil erschlichen“, sagt Ingo Paßlack vom Verkehrsüberwachungsdienst Neumünster. „In fünf Fällen werden wir versuchen, diese illegalen Erlöse abzuschöpfen.“

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