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Streit um Fehmarnbeltquerung : Scandlines verklagt Femern A/S – Grund ist ein Brettspiel

vom
Aus der Onlineredaktion

Eine Info-Broschüre und ein Brettspiel der Tunnel-Bauherren glänzen mit Propaganda. Fähre bedeutet Aussetzen.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 15:20 Uhr

Rødby | Der Streit um die künftige Vorherrschaft auf der Vogelfluglinie trägt kuriose Blüten. Die Reederei Scandlines ist nun gegen die Fehmarngesellschaft vor Gericht gezogen. Gründe für das juristische Gefecht sind eine Reihe von Aussagen in einer Info-Broschüre, sowie ein vom Tunnel-Bauherren Femern A/S herausgegebenes Brettspiel. In letzterem wird ein Mitspieler mit einer deftigen Zeitstrafe bedacht, wenn seine Spielfigur auf dem Feld der Fährgesellschaft landet. Das berichtet das dänische Fachmagazin „Søfart“.

In dem Brettspiel sollen sich Spieler mit dem Einsatz von Würfeln schnellstmöglich auf dem Spielfeld fortbewegen – am schnellsten natürlich durch den Tunnel. Landet ein Spieler nun auf einem der Fährfelder, muss dieser drei Runden „wegen eines Umsteigens auf die Fähre“ aussetzen. In anderen Worten: Die Fähre ist langsamer und die feste Verbindung zwischen Rødby und Puttgarden schneller und effektiver – eine Transportform für Gewinner.

Ein anderer Streitpunkt ist eine Broschüre über das Tunnelprojekt. Darin steht als Antwort auf die Frage „Warum die Fehmarnverbindung?“ – der Tunnel ist in jeder Wetterlage das ganze Jahr offen und mit einer direkten Verbindung muss man kein Ticket im Voraus bestellen, so die Broschüre.

„Das ist ja eine direkte Andeutung, dass wir wegen dem Wetter nicht das ganze Jahr über den Fährbetrieb aufrecht halten können und deshalb kein verlässlicher Partner für unsere Kunden sind. Das wollen wir nicht auf uns sitzen lassen. Unsere Kunden müssen kein Ticket im Voraus bestellen und es ist eine Seltenheit, dass wir wegen der Wetterlage nicht fahren können“, sagt Scandlines-Chef, Søren Poulsgaard Jensen zu „Søfart“. „Ich finde das nicht in Ordnung, seinen Konkurrenten auf diese herablassende und perfide Art zu behandeln“, so Jensen. Er unterstreicht, dass er versucht habe, den Streit auf anderer Weise mit Femarn A/S zu lösen – „doch wir bekamen keine Antwort.“

Die Presseabteilung der Fehmarngesellschaft hat gegenüber dem Magazin bestätigt, dass man wegen eines Spiels verklagt worden sei, gab dazu jedoch keinen weiteren Kommentar ab.

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