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Interaktive Karte : Reisewarnung: Diese Orte in SH müssen Karnevalsflüchtlinge meiden

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Sie fliehen zu Tausenden aus dem Rheinland und Westfalen, um Schutz im Norden zu suchen. Doch auch hier lauern Gefahren.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 20:00 Uhr

Flensburg | Der seit Jahrzehnten jährlich stattfindende Karneval ist für viele Menschen ein wiederkehrender Alptraum. Sie fühlen sich verfolgt, zwangsbespaßt und in ihrer Ruhe gestört. Das närrische Treiben ist für sie ein Terror, dem sie entkommen wollen. Sie flüchten für einige Zeit ins Exil nach Norddeutschland – auch nach Schleswig-Holstein. Unter dem Schlagwort „Karnevalsflüchtlinge 2017“, bieten viele eine Herberge für die Asylsuchenden an. Doch auch im Norden ist Vorsicht geboten. Wer in die falsche Gegend flüchtet, für den könnte der Alptraum kein Ende nehmen. shz.de sagt Ihnen, wo sie als anerkannter Flüchtling Asyl finden und welche Gefahrengebiete Sie lieber meiden sollten.

Das Gute: Viele Karnevalsclubs aus dem Land schließen sich zusammen und feiern gemeinsam an einem Ort – zum Beispiel in Marne oder Rendsburg. Das Beste: Während entlang des Rheins der Trubel erst richtig losgeht, sind viele Clubs in Schleswig-Holstein schon vor Rosenmontag mit allem fertig. Prunksitzungen, Umzüge und Kinderfasching sind dann vorbei, wie ein Terminplan des Norddeutschen Karneval-Verband zeigt. Dabei beginnt jetzt erst die eigentliche Hochzeit des Karnevals – zumindest im Rheinland.

Deutlich wird anhand der Karte, dass Schleswig-Holstein nördlich vom Nord-Ostee-Kanal quasi karnevalfreie Zone ist. Hier gibt es keine Umzüge und nicht mal Karnevalsvereine. Wer dem bunten Treiben entgehen möchte, überquert die Rader Hochbrücke und sucht sich eine schmucke Unterkunft in Nordfriesland oder an der Ostseeküste. Denn hier sieht es – wie schon am 11. November zu Beginn der Karnevalszeit – eigentlich immer so aus:

Tolle Tage

Tolle Tage in Schleswig-Holstein

Foto: Kim Schmidt
 

Der „Echte Norden“ ist eben frei von Fasching, Karneval und Fastnacht. Auch in Dänemark kann man getrost Asyl suchen, denn im Nachbarland wird erst zu Pfingsten Karneval (dänisch: Fastelavn) mit Umzügen und Festen gefeiert. Am Rosenmontag (dänisch: fastelavnsmandag) laufen lediglich Kinder verkleidet von Haus zu Haus und betteln mit einer Blechdose um ein bisschen Taschengeld. Dazu singen sie das traditionelle Faschingslied „Fastelavn er mit navn“.

Leckere Tradition sind die sogenannten Fastelavnsboller (Faschingsbrötchen), ein Blätterteigbrötchen mit Glasur und verschiedenen Füllungen. Auch das „Katzenschlagen“ ist in Dänemark eine Faschingstradition. Früher steckte man eine schwarze Katze in ein Fass. Dann wurde so lange dagegen geschlagen, bis es zerbrach. Die Katze jagte man danach aus dem Ort, um das Böse zu vertreiben. Harmloser ist es heute. Auf die Tonne ist lediglich eine Katze aufgemalt, im Innern befinden sich Süßigkeiten. Derjenige der das letzte Holzbrett abschlägt, wird zum Katzenkönig gekürt. Mit dem Karneval im Süden hat das also nicht viel zu tun.

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