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Nach Bahn-Chaos auf Sylt : Reinhard Meyer spricht über Verkehrsprobleme

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Mit dem neuen Fahrplan der Deutschen Bahn sind die Zugausfälle beendet. Doch es gibt Gesprächsbedarf.

Westerland | Neun Tage nach der Übernahme des Nahverkehrs hat die Deutsche Bahn die Verspätungen und Zugausfälle auf der Strecke Hamburg-Westerland weitgehend stoppen können. „Wir können im Ergebnis sagen, dass wir eine stabile Situation haben“, sagte Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) nach Gesprächen mit Unternehmern, Pendlern sowie Vertretern der Bahn auf Sylt. Unter anderem sei über späte Verbindungen gesprochen worden, auf die vor allem viele Pendler angewiesen sind, die in der Gastronomie arbeiten.

Auch Achim Bonnichsen, der auf Facebook eine Gruppe für Pendler organisiert, zeigte sich zufrieden: „Es ist schön, wenn Verbesserungsvorschläge angenommen werden“, sagte er. Mitte November mussten 90 eigentlich für den Betrieb vorgesehenen Waggons wegen technischer Probleme stillgelegt werden. Noch beim damaligen Betreiber, der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), war zuvor an einem Wagen die Kupplungsstange gerissen. „Der Wechsel ist gut organisiert worden“, lobte Meyer dennoch Bahn und NOB.

Viele der aus dem Verkehr gezogenen Wagen stehen derzeit in Husum und warten auf eine Reparatur. Ein Gutachten soll laut Torsten Reh, Chef der DB Regio AG im Norden, bis Januar darüber Aufschluss geben, warum die Stange reißen konnte und an anderen bereits feine Risse entdeckt wurden. Wer die Kosten für die Reparatur und die Ersatzzüge trägt, sei noch offen. Einen Bericht des Magazins „Spiegel“, wonach die Bahn prüfe, die NOB auf Schadenersatz zu verklagen, wollte Reh zunächst nicht bestätigen.

Klar ist: Bis mindestens März müssen Pendler und Touristen erst mal mit „buntem Zugmaterial“ auskommen, wie Reh sagte - sprich alte und weniger komfortable Waggons. Um den neuen Fahrplan ab dem 11. Dezember als neuer Betreiber bedienen zu können, hatte die Bahn bundesweit 84 Waggons zusammengezogen.

Angesichts dessen seien auch noch nicht alle Probleme gelöst, kritisierte Karl Max Hellner, Vorsitzender des Vereins Sylter Unternehmer: „Es ist suboptimal“. Allerdings sei er froh, „dass wir auf einem solchen Niveau angekommen sind“. Er sei zuversichtlich, wieder eine „hervorragende Verbindung auf die Insel hinzubekommen“.

Bis zu 4500 Menschen fahren nach Angaben des Vereins täglich über den Hindenburgdamm zur Arbeit auf die Insel. Bürgervorsteher Peter Schnittgard freute sich, dass auch die 30.000 bis 35.000 über Weihnachten und Neujahr erwarteten Urlauber wieder „eine vernünftige Anreisequalität“ bekommen.

Um die laut Bonnichsen, der selbst als Fliesenlegermeister jeden Tag mit der Bahn nach Sylt fährt, letzten „Kinderkrankheiten“ noch zu lösen, wollen Minister, Bahn, Unternehmer und Pendler aber im Gespräch bleiben. „Wir werden uns vor Ostern 2017 wiedertreffen“, sagte Minister Meyer.

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erstellt am 20.Dez.2016 | 17:39 Uhr

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