zur Navigation springen

Züge in SH und HH : Nur noch eine Bahnstrecke im Norden nach Sturm „Herwart“ gesperrt

vom

Bahnreisende können aufatmen: Der Bahnverkehr läuft fast überall wieder. An der Ostsee löst eine Sturmflut keine großen Schäden aus.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2017 | 09:20 Uhr

Hamburg/Hannover | Zwei Tage nach dem Sturmtief „Herwart“ sind fast alle Bahnstrecken im Norden wieder befahrbar. Lediglich die Strecke zwischen Hamburg-Harburg und Cuxhaven war am Dienstag noch gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstagmorgen sagte. Dort seien Ersatzbusse im Einsatz. Die wichtige Verbindung zwischen Hamburg und Berlin war am Montagnachmittag freigegeben worden.

Alle anderen Regionalbahnen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen fuhren am Dienstagmorgen wieder nach Plan. Das gelte nach Angaben der Metronom-Gesellschaft auch für die Verbindungen der Metronom-Regionalzüge. Die Fernzüge zwischen Hamburg und Westerland auf Sylt, Hamburg und Kiel sowie zwischen Hamburg und Stralsund über Rostock fuhren am Feiertag wieder planmäßig. Es könne jedoch vereinzelt zu Ausfällen und Verspätungen kommen.

Die Hamburger Feuerwehr hatte in der Nacht zum Dienstag noch rund 80 Einsätze infolge des Sturms. Größtenteils seien umgeknickte Bäume entfernt und die Straßen geräumt worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Dienstag. Die Feuerwehr Kiel berichtete hingegen von einer ruhigen Nacht ohne Sturmeinsätze.

Sturmflut am Montag verlief glimpflich

Eine vom Deutschen Wetterdienst angekündigte Sturmflut an der Ostseeküste verlief am Montag weitgehend glimpflich. In Lübeck und Ostholstein seien keine größeren Schäden gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben des Wasserstraßen-und Schifffahrtsamtes Lübeck lag der höchste Pegelstand in Lübeck-Travemünde am Morgen bei 6,05 Metern, das waren 2,20 Meter mehr als das mittlere Hochwasser.

Wie schon nach dem Sturm „Xavier“ warnte die Hamburger Forstbehörde auch nach „Herwart“ vor dem Betreten der Wälder. Neben Bäumen, die umgeworfen oder geknickt wurden, drohten schief stehende Bäume umzukippen und Kronen oder Astabbrüche könnten ohne Vorwarnung auf die Wege fallen.

Im Dauereinsatz war die Hamburger Feuerwehr, die seit Sonntagfrüh zu mehr als 1000 Einsätzen ausrückte. Am Montag waren Einsatzkräfte unterwegs, um zunächst unerkannte Gefahrenherde zu beseitigen, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Unter anderem hingen in Bäumen noch abgebrochene Kronen oder Äste, die beseitigt werden mussten, bevor sie herunterfallen und Schäden anrichten. Zu Spitzenzeiten waren am Sonntag rund 1000 Kräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks im Einsatz.

Wie manch anderer Reisender musste die in Lübeck gestrandete Elisabeth Leufgens aus Köln in einem Hotel übernachten. „Ich würde mir von der Bahn eine bessere Kommunikation wünschen“, sagte sie am Montag in Hamburg. Von Timmendorfer Strand aus musste sie am Sonntag in Lübeck einen ungewollten Zwischenstopp einlegen, am Montag hätte die Mitarbeiterin einer Sozialberatung eigentlich arbeiten müssen. Zuversichtlich zeigte sich Birgit Gemmer aus München. Die 53-Jährige war wegen des Sturms einen Tag später als geplant von einer Atlantik-Überquerung mit dem Schiff zurückgekommen. „Ich lasse mir jetzt nicht die Laune verderben. Wir kommen heute schon noch nach München“, sagte Gemmer. Sie konnte ohnehin entspannt bleiben: Wegen des Feiertags Allerheiligen in Bayern musste die Hotel-Mitarbeiterin erst am Donnerstag wieder arbeiten.  

Der Oktober mag vielen Menschen vor allem wegen der beiden Herbststürme „Xavier“ und „Herwart“ in Erinnerung bleiben, schrieb der Deutsche Wetterdienst (DWD). Zwar war der Monat mit durchschnittlich 11,1 Grad einer der zehn wärmsten Oktobermonate seit Beginn der flächendeckenden Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1881. Im Norden dominierten jedoch die Ausläufer atlantischer Tiefs. Mit rund 75 Litern Regenwasser pro Quadratmeter übertraf der Oktober seinen Sollwert von 56 Litern pro Quadratmeter um 31 Prozent. In Krempel im Westen von Schleswig-Holstein fielen während des Sturms „Xavier“ 55,1 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Außerdem machte sich die Sonne im Norden und Nordosten rar. Mit einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 70 Stunden blieben etwa die Mecklenburgische Seenplatte und die Lüneburger Heide unter dem bundesweiten Durchschnitt von 100 Stunden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen