Verkehrskontrollen in Schleswig-Holstein : Kontrollwoche der Polizei gestartet: Gurtmuffel und Smartphone-Nutzung im Fokus

In Deutschland kommuniziert jeder fünfte Autofahrer per Smartphone am Steuer. /dpa
In Deutschland kommuniziert jeder fünfte Autofahrer per Smartphone am Steuer.

Die Landespolizei geht in dieser Woche verstärkt gegen Gurtpflicht-Verstöße und die Ablenkung am Steuer vor.

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12. März 2018, 10:17 Uhr

Kiel | Die Landespolizei Schleswig-Holstein führt von diesem Montag an bis kommenden Sonntag eine Kontrollwoche durch. Im Fokus der verstärkten Verkehrskontrollen stehen Verstöße gegen die Gurtpflicht und gegen die Nutzung von Smartphones am Steuer. Das teilte die Polizei mit.

Die Landespolizei kontrolliert regelmäßig das ganze Jahr über, ergänzt diese Kontrollen jedoch mehrmals im Jahr mit europaweit abgestimmten Schwerpunktwochen (TISPOPL, Traffic Information System Police), zum Beispiel zu Alkohol und Drogen, Schwerlastverkehr, Gurtpflicht und Handy oder Geschwindigkeit. In dieser Woche heißt die Kontrollwoche „Seatbelt“.

Zunehmende Gefahr durch Handys

Bislang waren überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer die größten Unfallgefahren im Straßenverkehr. Doch nun kommt ein dritter Risikofaktor hinzu: Die Ablenkung durch Smartphones, Tablets oder andere elektronische Geräte. Mehrere Studien konstatieren, dass jeder siebte bis zehnte Verkehrsunfall auf diese Art von Ablenkung zurückzuführen sein dürfte.

Bußgelder und Punkte für die Handynutzung am Steuer
Beschreibung Bußgeld Punkte Fahrverbot
Handy am Steuer genutzt 100 Euro 1 -
mit Gefährdung 150 Euro 2 1 Monat
mit Sachbeschädigung 200 Euro 2 1 Monat
Handy auf dem Fahrrad genutzt 55 Euro - -
Verwarn- und Bußgelder für Gurtverstöße
Beschreibung Verwarngeld Bußgeld Punkte
Gurt nicht angelegt 30 Euro - -
Kind nicht vorschriftsmäßig gesichert 30 Euro - -
- bei mehreren Kindern 35 Euro - -
Kind ohne jede Sicherung transportiert - 60 Euro 1
- bei mehreren Kindern - 70 Euro 1
Schutzhelm nicht getragen 15 Euro - -
Ein Kind ohne Schutzhelm auf Kraftrad - 60 Euro 1
- bei mehreren Kindern - 70 Euro 1
 

Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat hierzu bereits 2016 einen Überwachungsschwerpunkt gesetzt. Seither wurden 24,4 Prozent mehr Handyverstöße festgestellt. Die Verstöße stiegen im Jahr 2017 erneut an. 12.790 (+11,1 Prozent) Fahrzeugführer telefonierten oder tippten Nachrichten beim Fahren.

Polizeidirektor Axel Behrends, verantwortlich für die landesweite Verkehrssicherheitsarbeit, macht deutlich: „Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr, ob als Kraftfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger, erfordert jederzeit die volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen. Eine kurze Unaufmerksamkeit kann unter Umständen nicht nur zu gefährlichen Verkehrssituationen oder riskanten Fahrmanövern, sondern auch zu schweren Unfällen führen.“ Insbesondere beim Schreiben und Lesen von Textnachrichten während der Fahrt erhöhe sich das Unfallrisiko auf das 23-fache.

Wer bei 50 km/h nur zwei Sekunden auf sein Smartphone schaut, sei fast 30 Meter im „Blindflug“ unterwegs, sagt Behrends. 30 Meter, die als Reaktions- und Bremsweg am Ende fehlen könnten. Die Landespolizei setzt daher auch für das Jahr 2018 einen Überwachungs- und Aufklärungsschwerpunkt, um die Zahl der Unfälle zu verringern.

Gurtmuffel im Fokus

Die Landespolizei hat 2017 weniger Verstöße gegen die Gurtpflicht festgestellt. 20.233 Fahrerinnen und Fahrer waren nicht angeschnallt. Das sind 959 (-4,5 Prozent) weniger als im Vorjahr. Trotzdem wird auf die Kontrolle der Anschnallpflicht auch 2018 ein besonderes Augenmerk gelegt – nicht nur während der aktuellen Kontrollwoche.

„Wir werden insbesondere auf die ordnungsgemäßen Sicherung von Kindern in Kraftfahrzeugen achten, da der Anteil der Kinder, die als Mitfahrer in Kraftfahrzeugen verletzt werden, seit Jahren steigt", sagt Axel Behrends. Die Schwere der Unfallfolgen hänge oftmals davon ab, ob ein Sicherheitsgurt angelegt war oder nicht.

Zahl der Unfallopfer zurückgegangen

Im vergangenen Jahr sind so wenig Menschen auf Schleswig-Holsteins Straßen ums Leben gekommen wie noch nie zuvor. Die Anzahl von 100 Verkehrstoten (-12,3 Prozent) ist der niedrigste Wert seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik. Über 16.000 Menschen sind bei Unfällen verletzt worden.

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