Neuer SH-Slogan : Im Süden Dänemarks startet der echte Norden

Stolz stellt Verkehrsminister Reinhard Meyer das neue Begrüßungsschild vor. Ein spezieller Helligkeitseffekt soll die Sichtbarkeit der sechs Quadratmeter großen Tafel auch in der Dunkelheit verbessern.
Foto:
1 von 2
Stolz stellt Verkehrsminister Reinhard Meyer das neue Begrüßungsschild vor. Ein spezieller Helligkeitseffekt soll die Sichtbarkeit der sechs Quadratmeter großen Tafel auch in der Dunkelheit verbessern.

Zukünftig grüßt an der deutsch-dänischen Grenze ein neues Schild: Der echte Norden. Die neue Dachmarke von Schleswig-Holstein löst die alten Begrüßungstafeln ab. Am Montag wurde das erste der insgesamt elf Schilder enthüllt.

von
25. Juni 2014, 17:29 Uhr

Kiel/Flensburg | Am Montagmittag wird es an der deutsch-dänischen Grenze feierlich. Medienvertreter versammeln sich an der B200 um Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der ein Schild enthüllt. „Schleswig-Holstein. Der echte Norden“ steht darauf – es ist das erste der elf neuen Begrüßungsschilder für Schleswig-Holstein. „Damit setzen wir einen weiteren kleinen Meilenstein auf dem Weg zu einer einheitlichen Dachmarke, die seit Jahren zu Recht von der Wirtschaft im Land eingefordert wird, damit Schleswig-Holstein in der Standort-Vermarktung nicht den Anschluss an andere Bundesländer verliert“, sagte Meyer.

Der neue Image-Slogan für Schleswig-Holstein erntete im Vorfeld viel Kritik von der Opposition. 220.000 Euro flossen in die Entwicklung der neuen Dachmarke, weitere 280.000 Euro umfasst der Etat für das Standortmarketing. Über das „Logo mit dem geköpften Hummer und dem halben Löwen“ wurde gespottet, Meyer ziere sich, die Schilder zu enthüllen, hieß es aus der FDP ob der verzögerten Einführung der Begrüßungstafeln. Bereits im August letzten Jahres wurde der neue Slogan vorgestellt, seitdem ließ die Umsetzung auf sich warten.

„Die neuen Schilder werden pünktlich zur Kieler Woche aufgestellt. In den nächsten drei Tagen sollen alle ausgetauscht sein“, erklärt Meyer. Die neuen Begrüßungstafeln sollen die bisherigen Schilder mit dem Slogan „Land der Horizonte“ ersetzen. „Die alten Schilder werden am 3. Juli versteigert“, so Meyer, „der Erlös kommt Verkehrssicherheitsprojekten zugute.“

Nur wenige Meter nördlich vom neuen Schild wehen Skandinaviens Flaggen im Wind. Eine gewisse Ironie des Slogans in Verbindung mit dem Standort des frisch enthüllten Schildes lässt sich nicht abstreiten. In Dänemark schmunzelt man über den polarisierenden Claim: „Hier an der Grenze fühlen wir uns sowieso fast wie Schleswig-Holsteiner“, findet Inga Toft, die einen Imbiss in Krusau, nur wenige Meter vom neuen Schild entfernt, besitzt. Die Passantin Anna Jensen ergänzt: „Wir verstehen ja, wie es gemeint ist.“ Ihr Mann Per fragt augenzwinkernd: „Ist Dänemark dann eigentlich der echtere Norden?“ Provozieren soll der neue Slogan an der deutsch-dänischen Grenze nicht. "Deshalb gibt es ja auch die internationale Version", sagt Meyer. In der offiziellen englischen Übersetzung wird Schleswig-Holstein zukünftig als „Germany's true north“ beworben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen