Nach 40 Jahren Pause : „Hein Schönberg“ fährt wieder zwischen Kiel und Oppendorf

Noch ein Museum: Der Bahnhof Schönberger Strand.

Noch ein Museum: Der Bahnhof Schönberger Strand.

Auf der Strecke fahren von Montag an wieder Züge. Es ist die erste Teilstrecke bis Schönberger Strand an der Ostsee.

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30. August 2017, 15:47 Uhr

Kiel | Nach mehr als 40-jähriger Pause fährt vom kommenden Montag an wieder die Bahn zwischen Kiel-Hauptbahnhof und Oppendorf. Der erste Zug werde um 5.12 Uhr starten, die Fahrzeit für die 8,5 Kilometer lange Strecke betrage 13 Minuten, teilte der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein am Mittwoch mit. Seitens der DB Regio hieß es, das neue Angebot sei gerade für Pendler interessant.

Die Reaktivierung der Strecke zwischen Kiel und dem Ostseebadeort Schönberg sei eines der wichtigsten Nahverkehrsprojekte im Norden, hatte im vergangenen Jahr der damalige Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) betont. Die Bahn sei gut für die Region und den Tourismus. Bis 1975 fuhren auf der Strecke regelmäßig Züge. Doch es gibt auch Kritik an der Reaktivierung.

Dabei handelt es sich um die erste Teilstrecke von Kiel nach Schönberger Strand. Für rund 30 Millionen Euro, so die Vorplanung, soll die seit Jahrzehnten stillgelegte 26 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Kiel und Schönberger Strand, die im Volksmund „Hein Schönberg“ genannt wird, modernisiert werden.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) erklärte: „Wir werden dieses Projekt weiter umsetzen und im ersten Schritt mit der neuen Bahn den Kieler Osten besser und schneller anbinden.“ Im zweiten Schritt solle dann von 2020 an die Region Probstei im Kreis Plön von der neuen Zugverbindung profitieren.

Hintergrund: Die Kiel-Schönberger Eisenbahn

Die Kiel-Schönberger Eisenbahn ist eine typische Kleinbahn. Die 24 Kilometer lange Strecke verbindet Kiel mit dem Ostseebad Schönberger Strand mit einem Dutzend Haltestellen etwa in Gaarden-Süd, Ellerbek, Oppendorf, Schönkirchen, Trensahl, Probsteierhagen und Schönberg. Die im Volksmund nur „Hein Schönberg“ genannte Bahnstrecke ging 1897 in Betrieb. In den ersten Betriebsjahren endete die Bahn in Schönberg, die Verlängerung der Strecke um vier Kilometer zum Schönberger Strand wurde am 18. Juni 1914 eingeweiht.

1910 wurde auch eine Abzweigung zum Ostuferhafen an der Kieler Förde in Betrieb genommen. Sie versorgt bis heute das Kohlekraftwerk und den Containerhafen. Eine zweite Anschlussbahn verläuft vom Haltepunkt Trensahl bis zum Marineartilleriearsenal Laboe.

Auf der idyllischen Strecke in die Probstei kreuzt Hein Schönberg auf einer zwölf Meter hohen und 75 Meter langen Brücke die Schwentine. Die Route war vor allem in den 50er- und 60er-Jahren eine äußerst beliebte Verbindung der Kieler zum Ostseestrand.

Mit der wachsenden Motorisierung verlor Hein Schönberg dann an Bedeutung. Der reguläre Personenverkehr mit den MaK-Triebwagen endete am 31. Mai 1975. Seitdem ließ nur noch der Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn (VVM) seine Museumsbahnen auf der historischen Strecke rollen.

 

Künftig werden zwischen Kiel-Hauptbahnhof und Oppendorf Züge von morgens bis abends im Stundentakt fahren. Sie halten außer am Kieler Hauptbahnhof und in Oppendorf auch an der neuen Station Kiel-Ellerbek und bei Bedarf an der Station Kiel Schulen am Langsee. Sonntags fahren zunächst keine Züge.

Die bisherige Planung sieht vor, dass mit der Modernisierung der Strecke die Züge in der Regel 80 Stundenkilometer fahren können. Dadurch wird die Fahrzeit von Kiel nach Schönberg 25 Minuten und bis Schönberger Strand 30 Minuten dauern. Damit würde sich die Fahrtzeit in etwa halbieren im Vergleich zu Bussen.

Ein Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein sagte, dass mit durchschnittlich 1500 Fahrgästen täglich gerechnet werde. Betreiber der neuen Bahnstationen ist die AKN Eisenbahn AG. Die AKN ist vom Land auch beauftragt, die weiteren Ausbaumaßnahmen auf der Gesamtstrecke bis zum Schönberger Strand zu planen und durchzuführen.

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