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Pro und Contra zum Strassenverkehr : Härtere Strafen fürs Telefonieren am Steuer?

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Mehr Unfälle in SH: Doch was nützen härtere Strafen gegen Verkehrssünder? Unsere Redaktionsmitglieder Kay Müller und Till H. Lorenz diskutieren.

PRO von Redaktionsmitglied Kay Müller
Das Problem ist die Verharmlosung. Eben mal was durchsagen. Noch was regeln. Oder kurz die Welt retten. Und auf der Autobahn muss ich sowieso nicht schalten, da kann ich in der Hand das Handy halten. Für die Polizei sieht es so aus, als stützte ich den Kopf in die Hand. Wer nicht schon mal mit dem Handy am Steuer telefoniert hat, werfe den ersten Stein. Okay, ich mache es.

Die Strafen dafür reichen nicht aus, und die Regeln, die das Telefonieren unterbinden auch nicht. Dabei ist die Kontrolle einfach. Es muss legitim sein, dass Polizisten Handys und Smartphones bei allgemeinen Verkehrskontrollen oder nach Unfällen checken – und zwar daraufhin, ob mit ihnen während der Fahrt telefoniert worden ist. Denn jeder weiß um die Gefahren, die von abgelenkten Autofahrern ausgehen. Noch immer ist gesetzlich nicht gut genug geregelt, dass Autofahrer sich auf den Verkehr konzentrieren sollen. Selbst das Herumtippen  auf dem Handy,  wenn es auf dem Beifahrersitz liegt, bleibt ungestraft, genauso wie das Eingeben einer Route ins Navigationgerät oder das Wechseln von CDs im Radio. Und dann fehlt Reaktionszeit, wenn ein Kind auf die Straße läuft. Und das ist eben nicht harmlos.

KONTRA von Redaktionsmitglied Till H. Lorenz
Der Ruf nach härteren Strafen für Handy-Sünder ist Populismus. Er klingt immer gut und wer etwas einwendet, macht sich per se verdächtig. Schließlich geht es um Verkehrssicherheit – und da bedienen Befürworter der Strafpolitik gerne Emotionen. Im Zweifelsfall verweisen sie auf tote Kinder und überfahrene Mütter. Doch so tragisch jeder Unfall ist, als Argument für härtere Strafen gegen Handy-Sünder taugt das nicht. Zum einen ist fraglich, wie hoch  Strafen ausfallen müssen, damit sie abschrecken. Zum anderen macht die Statistik  überhaupt keine Angaben dazu, wie oft  das Handy schuld an Unfällen ist.

Telefonieren am Steuer ist verboten, weil der Fahrer abgelenkt wird. Studien zeigen aber, dass dies auch der Fall ist, wenn Freisprechanlagen benutzt werden. Von dieser ist es aber nicht mehr weit zum blödsinnigen Radio-Gedudel, quatschenden Navis oder nervtötenden Beifahrern. Doch das alles zu verbieten, trauen sich selbst größte Verfechter strengerer Strafen nicht. 

Wer sich um die Sicherheit im Verkehr sorgt, muss auf mehr Personal setzen. Steht der Polizist an der Ecke, lässt der Fahrer die Finger vom Handy – und überdenkt auch sein sonstiges Fahrverhalten. Ganz ohne Strafen.

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erstellt am 26.Feb.2014 | 08:12 Uhr

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