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Verhandlungen des Insolvenzverwalters : Flughafen Lübeck soll im Dezember verkauft werden

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Der Flugbetrieb ist bis zum Jahresende gesichert. Fünf ernsthafte Interessenten sind in Verhandlungen mit Klaus Pannen.

Lübeck | Der vorläufige Insolvenzverwalter des Lübecker Flughafens ist zuversichtlich: Am Dienstag gab Klaus Pannen aus Hamburg bekannt, dass der Flugbetrieb  bis Ende Dezember gesichert ist. Das berichten die Lübecker Nachrichten. Bislang galt als sicher, dass Ende November die Gehaltszahlungen der 85 Mitarbeiter durch die Arbeitsagentur eingestellt werden. Jetzt werden die Gehälter aus den Einnahmen des Flughafens und der Insolvenzmasse gezahlt. „Wir freuen uns, dass es weitergeht“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Christian Kagel gegenüber der Zeitung. Auch Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe begrüßte die Neuigkeiten als „Zeichen der Hoffnung“.

Für den Flughafen Lübeck ist es bereits die zweite Pleite innerhalb kürzester Zeit. Im April vergangenen Jahres war die damalige Betreiberin, die Yasmina Flughafenbetriebsgesellschaft eines deutsch-ägyptischen Unternehmers, in die Pleite gerutscht. Daraufhin hatte die PuRen GmbH die Regie übernommen. Die Betreibergesellschaft meldete im September Insolvenz an.

Der Zeitgewinn ist notwendig für Insolvenzverwalter Pannen, um den Flughafen am Ende doch noch an einen neuen Betreiber zu veräußern. Der Insolvenzverwalter ist zuversichtlich, den Airport auch ein zweites Mal an den Mann zu bringen. Schon bei der damaligen Pleite von Yasmina konnte er den Flughafen weiterverkaufen. Mit fünf ernsthaft interessierten Käufern und zukünftigen Betreibern wird derzeit bereits verhandelt. Gerüchte, wonach ein Investor aus der Ukraine das Rennen macht, dementierte Pannen in dem Bericht. Gegenüber der Belegschaft sprach Pannen jedoch von einem Kandidaten, der sicher kaufen will.

Dennoch bleibt auch Skepsis, denn die Verhandlungen seien kein Signal, dass es auch im neuen Jahr weitergeht, sagte Thorsten Fürter, Fraktionschef der Grünen. Antje Jansen, Linken-Fraktionsvorsitzende erklärte gegenüber der Zeitung: „Das ist nur ein weiterer Aufschub. Wir fordern weiterhin die Schließung des Flughafens“.

Die ausstehenden Pachtforderungen der Stadt Lübeck belaufen sich mittlerweile auf rund 170.000 Euro. Der Flughafen selbst hat Forderungen gegen die Stadt, die Teile des Geländes an PuRen verpachtet hatte. Sie belaufen sich auf sich auf 230.000 Euro. Bürgermeister Saxe will diese „Meinungsverschiedenheiten“ außergerichtlich lösen. Die Grünen fordern derweil Sachse auf, sich über eine Nachnutzung und Fördergelder des Landes vorzubereiten. Offenbar könnten 3,3 Millionen Euro Rückforderungen auf Lübeck zukommen. In einem Ausnahmefall könne das Land Schleswig-Holstein auf diese Forderungen verzichten. Die Grünen sind der Meinung Saxe müsse genau dies fordern.

Derzeit fliegt die ungarische Flugline „Wizz Air“ von Lübeck aus Ziele in Europa an. Darunter Danzig, Riga, Kiew, Bukarest, Sofia und Skopje.

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erstellt am 04.Nov.2015 | 10:16 Uhr

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