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Kommentar : Die Polizei als Sparschwein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Begleitung von Schwertransporten statt Verkehrskontrollen: Spart das Land auf Kosten der (Verkehrs-)Sicherheit seiner Bürger? Ein Kommentar von Dieter Schulz.

Ist das wirklich vertretbar? Andreas Breitner muss in den kommenden Jahren 122 der rund 8000 Stellen bei der Landespolizei einsparen, weitere 160 sind schon jetzt nicht besetzt. Der Innenminister nennt dies einen vertretbaren Beitrag der Polizei zur Sanierung des Haushalts. Nur: Geprüft werden die Einsparungen bei Wasserschutz, IT und bei der Verkehrsüberwachung – also in den drei Bereichen der Polizei, die gerade mit steigenden Fallzahlen zu kämpfen haben.

So kam es 2013 auf den Straßen im Land zu 73.773 Verkehrsunfällen (3,3 Prozent mehr als 2012), dabei wurden 15.066 Menschen verletzt (knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr). Doch die Beamten können immer weniger Großkontrollen, wie in der Nacht zum vergangenen Samstag auf der A7 bei Flensburg, durchführen, da sie unter anderem immer mehr Schwerlasttransporte absichern müssen. 5330 solcher Einsätze waren es im vergangenen Jahr, jede Nacht sind zehn bis zwölf Streifenwagen dafür nötig. Logische Konsequenz: Wer Begleitung macht, kann nicht kontrollieren – immer öfter freie Fahrt für Raser.

Schon jetzt rangiert „Nicht angepasste Geschwindigkeit“, wie es im Polizeideutsch heißt, mit 3787 Fällen auf Platz drei der Unfallursachen. Sind also immer mehr Aufgaben, die das ohnehin schon über Gebühr belastete Personal noch mehr beanspruchen, bei gleichzeitigem Stellenabbau wirklich vertretbar? Oder spart hier das Land auf Kosten der (Verkehrs-)Sicherheit seiner Bürger? Übernehmen Sie, Herr Breitner!

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erstellt am 11.Mai.2014 | 09:24 Uhr

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