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Stau-Zone vor Kiel : Die B76 wird für drei Jahre zum Nadelöhr

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach 40 Jahren wird die Trasse der Bundesstraße 76 zwischen Kiel-Elmschenhagen und Schwentinental komplett erneuert. Die Arbeiten sollen sich bis 2018 hinziehen – ohne Umleitungsempfehlung.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 11:47 Uhr

Kiel | Seit Montagvormittag stehen die rot-weißen Baken auf der Fahrbahn, die Lampen sind montiert, und auch die 50-km/h-Schilder sind aufgestellt: Es wird eng auf der Bundesstraße 76 im Kieler Osten. Im Bereich zwischen Kiel-Elmschenhagen und der Nachbarstadt Schwentinental wird die Fahrbahn auf einer Länge von acht Kilometern komplett erneuert. Die Bauarbeiten auf einer der wichtigsten Einfallstraßen der Landeshauptstadt ziehen sich laut Plan bis ins Jahr 2018 hin. In den Stoßzeiten ist mit langen Staus zu rechnen, auch die Anfahrt zum Gewerbegebiet Raisdorf ist zeitweise eingeschränkt. Autofahrer müssen sich in Geduld üben, denn eine vernünftige Umleitungsstrecke steht nicht zur Verfügung.

Die vierspurige Trasse der B76 hatte vor 40 Jahren die enge und ewig verstopfte Preetzer Straße abgelöst. Sie brachte Mitte der 70er-Jahre Anwohnern wie Autofahrern Erleichterung. Allerdings: Die Schnellstraße war damals konzipiert für 20.000 Fahrzeuge täglich, mit 45.000 sind es heute mehr als doppelt so viele, darunter auch viele schwere Laster. Und dementsprechend hat die Fahrbahn gelitten. Sie soll komplett abgetragen werden, um eine „grundhafte Erneuerung“ zu ermöglichen, wie die Experten vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) in Rendsburg erklären.

In den ersten zehn Wochen sind Arbeiten an der Entwässerung vorgesehen. Das soll Mitte April abgeschlossen sein. In beiden Fahrtrichtungen – Kiel wie Preetz/Plön – steht in dieser Phase jeweils nur eine Spur zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Firma Falko Steinberg – ein Hamburger Spezialunternehmen für Verkehrsleittechnik – haben Routine darin: Gelassen verwiesen sie gestern die Autofahrer auf die Standspur.

Ende April wagen sich die LBV-Fachleute dann an ein 2plus1-Verfahren, das in Norddeutschland noch nie praktiziert wurde: Insgesamt drei Spuren stehen zur Verfügung, wobei die mittlere Trasse morgens Richtung Kiel und abends Richtung Preetz freigegeben wird. Diese „Wechselverkehrsstreifenanlage“ soll bis November den Verkehrsfluss regeln und lange Staus nach Möglichkeit unterbinden. Doch Beobachter und Anwohner bleiben angesichts des Verkehrsaufkommens skeptisch. Freitagabends oder bei den Einkaufstouren am Sonnabend könnte sich die Blechlawine Stoßstange an Stoßstange hinziehen.  

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