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Nötiger Werkstattaufenthalt : Defekte Marschbahnloks werden bis Sommer 2018 repariert

vom

Die Loks der Marschbahn sind erst zwei Jahre alt, müssen aber wegen großer Defekte alle nacheinander in die Werkstatt.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 14:40 Uhr

Hamburg/Westerland | Die defekten Kupplungen bei den Waggons der Marschbahn sind gerade repariert, da kommt die nächste Hiobsbotschaft: Die Bahn muss auf der Strecke von Hamburg über den Hindenburgdamm nach Sylt weiter improvisieren. Der Grund: Bis zum Sommer 2018 müssen viele der eingesetzten Loks nacheinander in die Werkstatt. Das teilte Claudia Kolbeck von Nah.SH gegenüber shz.de mit.

Bereits Ende September hatte der sh:z berichtet, dass die erst 2015 in Betrieb genommenen Lokomotiven der Bombardier-Baureihe eine erhebliche Zahl an Mängeln aufweisen – darunter Öllecks, verstopfte Rußpartikelfilter aufgrund von Softwarefehlern und Kühlwasserverluste. Diese Mängel verursachen Ausfälle der Motoren, weshalb es regelmäßig zu Verspätungen kommt.

Bei einer sogenannten „Rollkur“ sollen die Mängel an den 15 Lokomotiven in einem Zeitraum von 18 Monaten abgestellt werden. Fünf von 15 Loks haben diese Maßnahme erst hinter sich. Bis zum Sommer 2018 sollen alle Loks der Baureihe den Reparaturprozess durchlaufen haben, damit die Loks stabiler fahren, sagt Claudia Kolbeck von Nah.SH. „Die Loks werden nacheinander in diese Rollkur geschickt, der Prozess dauert jeweils etwa vier Wochen.“

Die sechste Lok werde in der nächsten Woche fertiggestellt. Verantwortlich für die Rollkur ist der Hersteller Bombardier, denn bei den Fehlern handele es sich um Gewährleistungsmängel, sagt Kolbeck.

Nur durch den Einsatz von zusätzlichen Ersatzlokomotiven könne der Betrieb aufrecht erhalten werden, hieß es von der Bahn. „Für den Betrieb benötigt DB Regio zwölf Marschbahnzüge, die drei noch fehlenden Züge dienen als Reserve“, sagt Kolbeck. „Vier Loks der Baureihe BR245 stehen im Moment nicht zur Verfügung, weil sie Mängel haben oder planmäßig in der Instandhaltung sind.“

Droht also wieder ein Bahnchaos zwischen Hamburg und Sylt? Um die Engpässe abzufedern hat DB Regio drei Ersatzloks beschafft: eine vom SyltShuttle Plus, eine aus Ulm und eine vom Bahntechnik-Unternehmen Vossloh. „Mit den 15 Loks der Baureihe BR245 von Paribus stehen für den Betrieb auf der Marschbahn damit grundsätzlich 18 Loks zur Verfügung“, sagt Kolbeck. Nur zwölf seien für einen stabilen Betrieb nötig. Allerdings: Vier der Ersatzlokomotiven sind laut einem NDR-Bericht bereits 20 Jahre alt.

„Der Betrieb auf der Marschbahn läuft in dieser Woche wieder grundsätzlich stabil. Teilweise kommt es jedoch wegen der Fahrzeugprobleme zu Schwierigkeiten im Betrieb, die sich dann schnell auf mehrere Fahrten auswirken“, sagt Kolbeck.

Defekte Kupplungen an Waggons repariert

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Ein Jahr nach dem ersten festgestellten Schaden, sind alle Züge mit reparierten Kupplungen ausgestattet und können vom neuen Betreiber, der Deutschen Bahn, eingesetzt werden. Der zwölfte Marschbahnzug (von insgesamt 15) mit reparierten Kupplungen sei in der vergangenen Woche in den Betrieb zurückgekehrt, sagt Claudia Kolbeck von Nah.SH. „Damit stehen insgesamt schon wieder 68 von 90 Wagen zur Verfügung“. Der nächste Marschbahnzug soll voraussichtlich Ende der nächsten Woche wieder auf die Strecke gehen.

Die Bahn hat noch 48 Wagen älterer Bauart gemietet und fährt mit diesen Ersatzfahrzeugen und den Marschbahnwagen den regulären Fahrplan. „Dadurch können wesentlich mehr Züge und mehr Kapazität als im NOB-Ersatzkonzept angeboten werden“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Allerdings seien nicht alle Waggons miteinander kombinierbar. Geeignete Reisezugwagen moderner Bauart seien auf dem Markt leider nicht verfügbar, Komforteinbußen unvermeidbar.

Claudia Kolbeck: „DB Regio kann für den Betrieb neben fünf bereits länger vorhandenen Ersatzzügen nun auch noch auf einen Ersatzzug vom BahnTouristikExpress zurückgreifen. Einige Fahrten übernimmt im Störungsfall ggf. auch der SyltShuttle Plus.“

Bauarbeiten in Elmshorn

Wegen kurzfristig notwendiger Bauarbeiten im Bahnhof Elmshorn, beginnen und enden am Montag (23. Oktober) die Züge der Linie RE7 (auf der Strecke Flensburg - Hamburg Hbf.) in Neumünster. Dort besteht Anschluss an die Züge der Linie RE 70 (Kiel - Hamburg Hbf) mit zusätzlichem Halt in Tornesch, Prisdorf und Pinneberg. Auch die Linien RB71 (Wrist - Elmshorn) und RB61 (Itzehoe - Elmshorn) der Nordbahn stehen zur Verfügung. Weitere Behinderungen auf der Strecke sind auf der Webseite von nah.sh aufgelistet.

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