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Tourismusagentur „Visit Denmark“ : Dänischer Aprilscherz: Kein zweiter Damm nach Sylt

vom
Aus der Onlineredaktion

Schade, doch keine Entlastung für Sylt-Urlauber: Die Kieler Nachrichten fallen auf einen Scherz der Tourismusagentur „Visit Denmark“ herein, wonach ein zweiter Damm nach Sylt gebaut werden sollte.

Kiel/Sylt | Es ist der Name Jørgen Byggemand, offenbar CEO der Danske Broer & Dæmninger A/S, der einen sofort an der Echtheit der Nachricht zweifeln lässt. Der Mann mit dem „Bauarbeiter“-Nachnamen findet sich nicht über Google und auch die Firma scheint non-existent. Die Kieler Nachrichten berichten am Dienstagnachmittag über einen zweiten Damm nach Sylt, der offenbar über die Ferieninsel Rømø nach Sylt führen soll. Voruntersuchungen seien bereits gestartet. Auftraggeber seien die dänische Region Süddänemark und die Stadt Tondern. Das Konzept stehe bereits, hieß es auf kn-online.de. Die Pläne sehen zwei Fahrbahnen vor, die eine Nutzung vergleichbar mit der der Großen Beltbrücke möglich machen sollten. Schnell verschwindet der Artikel wieder von der Homepage. Ein Fehler?

Der zweite Damm nach Sylt überraschte unsere Redaktion.
Der zweite Damm nach Sylt überraschte unsere Redaktion. Foto: Screenshot/kn-online.de
 

„Das Kundenpotenzial ist groß, da auch die touristische Nachfrage nach Erlebnisangeboten auf Rømø und Sylt groß ist. Da sich beide Inseln ergänzen, haben wir es mit einer Win-win-Situation zu tun, bei der die Inseln Gäste teilen beziehungsweise beide Inseln noch attraktiver gestalten können“, sagt Byggemand, der offenbar hinter dem Projekt steht.

Auch Bodil Glistrup, Tourismuschefin auf Rømø, wird in der Meldung zitiert. Bei ihr würden die Pläne Begeisterung auslösen: „Mit einem Damm hätten Dänen und speziell die Gäste auf Rømø leichten Zugang zu den tollen Gastronomie- und Erlebnisangeboten auf Sylt, während umgekehrt die Sylt-Gäste die Möglichkeit hätten, schneller in den Genuss der großartigen und ausgedehnten Naturgebiete auf Rømø zu kommen“.

Doch die Meldung erscheint der Onlineredaktion von shz.de seltsam. Auf Nachfrage von shz.de bei Glistrup gibt diese zu: „Ja, die dänische Tourismus-Agentur hat mich gefragt, ob in meinem Namen ein April-Scherz gemacht werden kann – ich habe zugestimmt.“

Die Idee für den April-Scherz hatte Lars Ramme Nielsen, Tourismuschef für die dänische Tourismusagentur „Visit Denmark“ in Deutschland. Auf Nachfrage gibt auch er den Scherz zu: „Wir haben in Dänemark die Tradition, am 1. April Falschmeldungen zu verbreiten. Die Pressemitteilung war eigentlich für morgen gedacht und war mit einer Sperrfrist versehen.“ Es ist schade, dass es mit dem Spaß nicht geklappt hat. Die Meldung sei an ausgewählte Medien versendet worden. Ziel der Sylt-Rømø-Geschichte sei es gewesen, gute Botschaften zu verbreiten, die Dänemark und Deutschland als gute Nachbarn und Freunde verbinde.

Dass die Meldung so schnell verschwand, hatte also einen Grund. Jetzt muss sich die Tourismusagentur etwas Neues ausdenken. Die Kieler Nachrichten gaben den Fauxpas inzwischen zu.

Die Nachricht war nach kurzer Zeit wieder verschwunden.
Die Nachricht war nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Foto: Screenshot/kn-online.de
 
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erstellt am 31.Mär.2015 | 17:00 Uhr

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