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Bewerbung von Hamburg und Kiel : Dänen-Prinz verknüpft Fehmarnbelttunnel mit Olympia

vom
Aus der Onlineredaktion

Prinz Joachim in Neumünster: Ohne Wenn und Aber für den Tunnel. Hamburgs Olympia-Bewerbung ist jetzt offiziell.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2015 | 13:37 Uhr

Neumünster/Hamburg | Prinz Joachim zu Dänemark hat sich in Neumünster ohne Wenn und Aber zum geplanten Fehmarnbelt-Tunnel bekannt. Nicht nur Deutschland und Dänemark, sondern ganz Europa werden von der Fehmarnbeltquerung profitieren, sagte der Prinz am Mittwoch bei der Eröffnung der Messe „NordBau“, bei der zum 40. Mal dänische Aussteller mit einem Gemeinschaftsstand vertreten sind.

Die Verbindung  werde „für das gesamte europäische Verkehrsnetz eine große Bereicherung darstellen und neue Kooperationsmöglichkeiten erschließen“. Und falls es 2024 Olympische Spiele in Hamburg geben sollte, würden sich Besucher aus dem Norden über verkürzte Anreisezeiten freuen, sagte der Prinz.

Der Prinz verknüpft mit seinen Bemerkungen geschickt die überwiegend positiv  besetzte Olympia-Bewerbung mit dem vor allem in Deutschland umstrittenen Tunnel. Derzeit gibt es 3100 Einwendungen dagegen, fast alle aus Deutschland. Die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal war 1972 mit dem Argument „Olympia in Kiel“ beschleunigt fertiggestellt worden.

 Kopenhagen hat seine endgültige Entscheidung über das Großprojekt an Bedingungen geknüpft. Dazu gehört außer der Klärung von Baukosten und EU-Hilfen der Abschluss des deutschen Planfeststellungsverfahrens. Zuletzt wurden dafür 7,4 Milliarden Euro genannt.

Deutschland bezahlt nur die Hinterlandanbindung auf seinem Gebiet. Sie soll 2,2 Milliarden Euro kosten. Nachdem die Fertigstellung des 19 Kilometer langen Tunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland lange für 2021 vorgesehen war, wurde zuletzt 2024 avisiert. Es könnte aber wegen der vielen Einwendungen noch länger dauern.

Hamburg unterzeichnet Olympia-Bewerbung

Die Stadt Hamburg und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben die Bewerbung um die Sommerspiele 2024 unterzeichnet und auf den Weg gebracht. „Wir laden die internationale Sportfamilie ein, unser erkennbar bunter und vielfältiger werdendes Land kennenzulernen“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Mittwoch in Hamburg. Das Vertrauen, dass die Welt in Deutschland bei anderen sportlichen Großereignissen hatte und „das viele Flüchtlinge auch heute zum Ausdruck bringen, ist uns Verpflichtung“, ergänzte Hörmann.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der ebenfalls unterzeichnete, sagte: „Das ist für mich ein sehr bewegender Moment.“ Der Bewerbungsbrief wurde an das Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne geschickt.

Die Bewerbung um Olympische Spiele und die Aufnahme von Flüchtlingen in der Hansestadt sind nach Auffassung des Bürgermeisters zu schaffen. Es sei kein Widerspruch, dass Hamburg Flüchtlinge aufnehme und Olympische Spiele veranstalte. „Beides kann man tun“, ergänzte der SPD-Politiker. Gerade jetzt, wo Menschen aus Krisengebieten nach Deutschland kämen, zeige sich, welch guten Ruf das Land und die Hansestadt als demokratisch und weltoffen hätten. „Ich hoffe, dass der Enthusiasmus, der verbunden ist mit Olympischen Spielen, uns alle nach vorn bringen wird“, sagte der Bürgermeister.

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