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Fährschiff in der Werft : Cuxhavenfähre: Eigner-Gesellschaft untersagt weitere Nutzung

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Elb-Link-Drama: Die Fährgesellschaft hat kein Schiff mehr, um die Verbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven aufrecht zu erhalten.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 13:48 Uhr

Cuxhaven | Zuerst die gute Nachricht von der Cuxhaven-Fähre: Der Motorschaden, auf Grund dessen der Fährbetrieb der Elb-Link-Reederei von Brunsbüttel nach Cuxhaven seit Montag ruhen musste, ist behoben. Das teilt die Fährgesellschaft mit. Und nun die schlechte: Der Verkehr steht dennoch weiter still. Die Eigner-Gesellschaft hat die Fähre „Saaremaa“ (Anne-Marie) am Donnerstag in die Peters-Werft nach Wewelsfleth beordert. Bereits am Montagabend hatte der Eigner die Nutzung des Schiffes bis auf weiteres untersagt – trotz einer früheren Vereinbarung, wonach der Fährbetrieb in dieser Form bis Mitte November zugesichert war. Damit bestätigt Elb-Link Medienberichte vom Montag. Die Eigner begründen diesen Schritt unter anderem mit einer bisher nicht vorliegenden schriftlichen positiven Stellungnahme durch das Land.

„Dieser Schritt der Eigner-Gesellschaft ist umso bedauerlicher als seit der Übernahme der Fährroute im Mai sowohl die Auslastung der Fähre als auch die Rentabilität des Betriebs nachhaltig verbessert werden konnten“, sagt Elb-Link-Geschäftsführer Bernd Bässmann. Zudem sehe das Management weiter erhebliches Potenzial zur Steigerung des Fahrgast- und Frachtaufkommens.

Elb-Link: Investoren und Förderung der Länder nötig

Die Fährroute war erst im Sommer von der insolventen Vorgängergesellschaft übernommen worden. Seither hat Elb-Link rund 180.000 Fahrgäste, 58.000 Pkw und 7000 Frachteinheiten befördert. Um die Fährlinie wieder aufnehmen zu können und in sicheres Fahrwasser zu steuern, verfolgt die Elb-Link Fährgesellschaft in den derzeitigen Gesprächen zwei Perspektiven: So sollen laut Mitteilung einerseits kurzfristig mit Hilfe von finanzstarken Investoren und Unterstützung der Landesregierungen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen reibungslosen Weiterbetrieb geschaffen werden. Andererseits soll der Pendelverkehr über die Elbe langfristig mit zwei, gegebenenfalls kleineren Schiffen in kürzerem Takt organisiert werden und damit auch wirtschaftlich rentabler operieren. Allerdings: Eine Bezuschussung aus Steuergeldern lehnten Niedersachsen und Schleswig-Holstein in der Vergangenheit immer ab. Niedersachsen betonte aber noch im März die Bedeutung der Linie.

„Die Elb-Link Fährgesellschaft entschuldigt sich bei ihren Gästen, den Frachtkunden sowie den Bürgern von Cuxhaven und Brunsbüttel für die anhaltende Unterbrechung des Fährbetriebs über die Elbe“, sagt Bässmann.

Auf niedersächsischer Seite sorgt das Elb-Link-Drama derweil für eine Auseinandersetzung zwischen CDU und SPD. Laut einem Bericht der „Cuxhavener Nachrichten“ bezeichnet der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Toepffer, die erneute Einstellung des Betriebs als „wenig überraschend“. Die SPD habe seinerzeit ein „Gefälligkeitsgutachten“ zur Wirtschaftlichkeit der Fähre bestellt. Damit sei die Öffentlichkeit getäuscht und Steuergeld verschwendet worden. Damals investierte Rot-Grün zwei Millionen Euro in die Modernisierung Fähranlegers in Cuxhaven. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) reagierte empört und bezeichnete Toepffers Kritik als „nicht haltbare Unterstellung, die nur dem Wahlkampf geschuldet sein kann“.

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