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Nach schweren Unfällen am Wochenende : Bundespolizei sucht an Bahnübergängen nach Ursachen

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Autofahrer trügen meist eine Mitschuld an solchen Unfällen, sagt der Bahnkundenverband und fordert Kontrollen an Bahnübergängen.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2015 | 14:08 Uhr

Flensburg | Nach den beiden schweren Unglücken an Bahnübergängen in Tarp und Hemmingstedt am Wochenende sucht die Bundespolizei nach den Ursachen. Die Befragung der Zeugen sei angelaufen, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Flensburg, Hanspeter Schwartz, am Montag. Bis die ersten Ergebnisse vorlägen, könne es jedoch Wochen dauern, sagte er.

Ein Güterzug hatte am Sonnabend an einem Bahnübergang bei Tarp im Kreis Schleswig-Flensburg zwei Autos erfasst und mitgeschleift. Zwei Menschen wurden schwer verletzt. Wegen Bauarbeiten an der Strecke wurde die Schrankenanlage nicht automatisch gesteuert, sondern durch Sicherungsposten bedient. Kurz vor 18 Uhr passierte zunächst ein Personenzug in Richtung Schleswig den Bahnübergang. Nach dessen Durchfahrt wurde der Bahnübergang wieder für den Fahrzeugverkehr freigegeben – mit fatalen Folgen. Kurz nach dem durchgefahrenen Personenzug nahte ein Güterzug.

Die Fahrer der Autos wurden schwer verletzt.
Die Fahrer der Autos wurden schwer verletzt. Foto: Benjamin Nolte
 

Am Sonntag kollidierte ein Zug der Nord-Ostsee-Bahn bei Hemmingstedt im Kreis Dithmarschen mit einem mit drei Menschen besetzten Auto. Sie kamen mit dem Schrecken davon. Nach ersten Zeugenaussagen sollen die Schranken nicht geschlossen gewesen sein und das Rotlicht nicht geleuchtet haben. Am Nachmittag waren an diesem Bahnübergang technische Störungen aufgetreten, so dass Techniker der Deutschen Bahn im Einsatz waren.

Am Nachmittag waren an diesem Bahnübergang technische Störungen aufgetreten, so dass Techniker der Deutschen Bahn im Einsatz waren.
Am Nachmittag waren an diesem Bahnübergang technische Störungen aufgetreten, so dass Techniker der Deutschen Bahn im Einsatz waren. Foto: Daniel Friederichs
 

„Wir ermitteln in alle Richtungen und gehen auch der Frage nach, ob sich die Autofahrer möglicherweise falsch verhalten haben“, sagte Schwartz. Die Deutsche Bahn machte zu möglichen Ursachen keine Angaben und verwies auf die laufenden Ermittlungen der Bundespolizei. 

Ein Video aus Tarp zeigt das Ausmaß des Unfalls:

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) forderte am Montag verstärkte Polizei- und Radarkontrollen an Bahnübergängen. In mehr als 90 Prozent der Fälle würden Unfälle an Bahnübergängen von Autofahrern durch überhöhte Geschwindigkeit und Leichtsinn verursacht, sagte ein Verbandssprecher. „Häufen sich an bestimmten Übergängen die Verstöße, sollten hier dauerhaft Radargeräte aufgestellt werden, die im Zusammenspiel mit der Sicherungsanlage des Bahnübergangs funktionieren“, sagte der Sprecher.

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