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Kommentar : Blitzmarathon: Werbekampagne für einen Tag

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dem Blitzmarathon sollte ein Denkmal gesetzt werden - aber nur wenn er wirkt, findet Jürgen Muhl.

Kiel | Der Begriff funktioniert. Die Menschen sprechen, diskutieren darüber; ja, sie streiten gar über Vor- und Nachteile einer Polizeiaktion, die am Donnerstag im zweiten Versuch den Straßenverkehr sicherer machen soll. Der Tritt auf die Bremse ist in Mode gekommen. Überall Blitze und Blitzer, von morgens bis abends, deshalb Blitzmarathon. Ein neues Element in der Welt der Mobilität. Als wäre dieser Blitzmarathon das Ergebnis einer gelungenen Werbekampagne.

Gute Chancen auf eine Nominierung zum Wort des Jahres. Mitnichten für den Wettbewerb, bei dem es um das Unwort des Jahres geht. Wenn dieser Blitzmarathon tatsächlich dazu führt, dass auf den Straßen verantwortungsvoller gefahren wird, sollte man ihm irgendwann ein Denkmal setzen. Am besten am Straßenrand. Dort, wo Kreuze als Mahnmale für die viel zu vielen Verkehrstoten stehen.

Der Donnerstag wird einer der sichersten Tage auf den Straßen. Und doch kann Deutschlands größte Polizeikontrolle aller Zeiten durchaus auch als populistischer Aktionismus interpretiert werden. Eine Offensive, ein Warnsignal, alles nur für einen Tag. Schon am Freitag wird das Gros der Autofahrer wieder Tempo machen. Mit der Wahrscheinlichkeit, dass gerade jene notorischen Schnellfahrer, die noch am Donnerstag gemäß öffentlicher Warnungen schleichend unterwegs waren, rasend ans Ziel gelangen.

Der Blitzmarathon mag seine Wirkung nicht verfehlen, allerdings nur für kurze Zeit. Besser wäre eine permanente Präsenz der Polizei mit einer Vielzahl von nicht angekündigten Aktionen. Die dünne Personaldecke lässt dies jedoch nicht zu.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 08:30 Uhr

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