Marschbahn nach Sylt : Bernd Buchholz droht Bahn mit Zahlungskürzungen und Kündigung

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). /Archiv
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Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). /Archiv

Sollte die Bahn ihre Versprechen nicht halten, erwägt der Verkehrsminister die Kündigung des Verkehrsvertrags.

shz.de von
30. Januar 2018, 11:31 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ist skeptisch, dass die Deutsche Bahn (DB) Regio auf der Strecke der Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt bald wieder zuverlässiger und pünktlicher wird. Und das auch nach einem Sieben-Punkte-Plan, den DB Regio der landeseigenen Gesellschaft Nah.Sh vorgelegt hat.

In einem Interview mit den „Kieler Nachrichten“ drohte der FDP-Politiker mit Zahlungskürzungen des Landes, mit einer Abmahnung und auch mit der Möglichkeit, einen Verkehrsvertrag wegen schlechter Leistungen zu kündigen. Hintergrund sind Verspätungen und Zugausfälle. Zudem könnten Erfahrungen mit einem Unternehmen auch bei Netzausschreibungen mitbewertet werden, sagte Buchholz der Zeitung.Bisher sei keine so große Besserung in Sicht, wie das eigentlich angekündigt worden sei.

Nach Informationen von shz.de sichert die Bahn zu, mindestens drei neue Züge und zwei zusätzliche Loks einzusetzen. Dazu sollen mehrere Lokführer für den Betrieb auf der Marschbahn geschult und mehr Werkstätten für Reparaturen genutzt werden. Die Bahn erhofft sich so eine Stabilisierung der Situation.

Aber Buchholz glaubt nicht daran. „Man sieht, dass die Bahn sich bewegt, aber ich fürchte, dass das nicht ausreichen wird, das zu erreichen, was wir alle wollen, nämlich eine 95-prozentige Pünktlichkeit auf der Strecke.“ Die hat die Bahn dem Land vertraglich zugesichert. Laut Buchholz liegt die Pünktlichkeit aber seit Monaten bei etwa 70 Prozent. Nun soll die Bahn noch einmal nachbessern. Buchholz hat Nah.SH den Auftrag erteilt, die Bahnvertreter „nochmal einzubestellen, um  intensiv über das Papier zu sprechen“.

Der Minister hat Zweifel, dass das Reparaturkonzept gut ist, die Zahl der Lokführer hält er auch nach dem neuen Plan für unzureichend, um Personalausfälle auffangen zu können. „Es kann nicht sein, dass ein Zug ausfällt, weil der Lokführer krank ist“, hatte Buchholz schon in der vergangenen Woche der Generalbevollmächtigten der Bahn, Manuela Herbort, im Wirtschaftsausschuss des Landtages gesagt. Komme nicht mehr von der Bahn, werde er den Druck weiter erhöhen, sagt er jetzt.

Immerhin hat ein Bahnvertreter Buchholz telefonisch zugesichert, dass Reisende auf der Strecke Hamburg-Kiel und Hamburg-Flensburg und zurück spätestens in drei Wochen fahren können ohne in Neumünster umsteigen zu müssen. Buchholz freut sich darauf: „Dann hätte man mal einen Anhaltspunkt, dass man sich bei der Bahn nicht nur bemüht, sondern auch konkrete Erfolge erzielt.“

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