Züge in SH : Bahn-Bilanz 2014: Kaum Verspätung im Nahverkehr

Pünktliche Züge, befriedigende Kunden-Noten, Ärger mit der Nordbahn - Wirtschaftsminister Meyer und nah.sh sind zufrieden mit dem vergangenen Jahr.

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09. Juli 2015, 12:28 Uhr

Kiel | Gute Nachrichten von der Bahn - das kommt nicht jeden Tag vor. Umso mehr freuten sich Verkehrsminister Reinhard Meyer und Bernhard Wewers, Geschäftsführer des Zusammenschlusses der ÖPNV-Betriebe in Schleswig-Holstein nah.sh, als sie am Vormittag die Zahlen des Nahverkehrs für das Jahr 2014 vorstellten - denn die fallen weitgehend positiv aus: Vergangenes Jahr waren die Schleswig-Holsteiner zufrieden mit dem Bahnverkehr. Das spiegelt sich auch in den Kundenzahlen wider: Mit knapp 55 Millionen Fahrgästen konnte nah.sh 3,4 Prozent mehr Passagiere verzeichnen als 2013.

Im Schulnotensystem erreichte das Zugangebot im Norden in einer repräsentativen Marktforschung, an der zwischen April 2014 und März 2015 über 4300 Schleswig-Holsteiner aus allen Kreisen und kreisfreien Städten teilnahmen, die Note 2,7, was exakt dem Vorjahresergebnis entspricht. Auffällig: Die regelmäßigen Nutzer sind zufriedener als Nicht- oder Seltennutzer. Kunden, die mehrmals pro Monat fahren, bewerteten das Angebot im Schnitt mit der Note 2,4, Pendler sogar mit der Note 2,5 und solche, die die fahren, mit 2,9.

Positiv entwickelt habe sich auch die Pünktlichkeit: So kamen 2014 92,1 Prozent der Nahverkehrszüge pünktlich, während es im Vorjahr 91,8 Prozent waren. Meyer sagte dazu: „Die hohe Zufriedenheit bestätigt die Politik des Landes, den Nahverkehr zielgerichtet auszubauen. Das wollen wir auch künftig tun, wenn der Bund uns die dafür nötigen Regionalisierungsmittel zur Verfügung stellt.“

Die Verkehrsnachfrage im Bahnverkehr stieg im Jahr 2014 leicht auf 1,730 Milliarden Personenkilometer. Ein Jahr zuvor legten die Fahrgäste 1,728 Milliarden Personenkilometer zurück. Das Verkehrsangebot blieb unverändert. Zu den Zahlen sagte Wewers: „Dass die Nachfrage nur noch langsamer zunimmt als in den Jahren zuvor, ist ein bundesweiter Trend. Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr durch das verbesserte Angebot im Bahnnetz Mitte wieder einen größeren Zuwachs erreichen können.“

Noch unzufrieden sind Land und nah.sh mit dem neuen Fahrplan im Netz Mitte: Nach deutlichen Startschwierigkeiten fahre die Nordbahn zwar inzwischen zuverlässiger, allerdings gebe es immer noch Mängel. „Dass ein neuer Betreiber eine gewisse Zeit braucht, bis der Verkehr rund läuft, ist normal“, sagte Wewers. „Die Ausfälle, Verspätungen und vor allem die mangelhafte Fahrgastinformation sind aber sehr ärgerlich.“ Nachdem etliche Gespräche mit der Nordbahn geführt worden seien, hoffe er nun auf Besserung.

Ebenfalls ärgerlich sei, dass auf den Regionalexpress-Linien Kiel – Hamburg und Flensburg – Hamburg weiterhin nicht der ab Dezember 2014 vorgesehene neue Fahrplan greife. Der Grund: Hersteller „Bombardier“ könne die dafür benötigten Fahrzeuge nicht wie geplant an DB Regio liefern. Meyer: „DB Regio hat uns jetzt mitgeteilt, dass die neuen Fahrzeuge erst ab 2017 kommen werden.“ Kürzere Fahrzeiten würden sich deshalb immer noch nicht umsetzen lassen. „Und das bremst leider auch Verbesserungen für Pinneberg aus.“ Erst mit den neuen Fahrzeugen sei es möglich, weitere Regionalexpress-Züge in Pinneberg halten zu lassen.

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