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Mammut-Baustelle : Ausbau der A7: Angst vor mehr Unfällen

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Der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Dornquast macht sich Sorgen – nicht nur wegen des schweren Unfalls auf der A7 am Dienstag, der einen stundenlangen Stau nach sich zog. Wenn der Ausbau der Autobahn beginnt, würden sich solche Szenen wiederholen.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 11:21 Uhr

Neumünster | Schon wieder ein schwerer Unfall auf der A7, schon wieder ein stundenlanger Stau – Landtagsabgeordneter Volker Dornquast (CDU) aus Henstedt-Ulzburg mag gar nicht an die Mammut-Baustelle denken, die voraussichtlich im Herbst zwischen dem Bordesholmer Dreieck und Hamburg aufgemacht wird. 

Innerhalb von vier Jahren sollen die 65 Kilometer bis zum Autobahndreieck Nordwest auf sechs Spuren verbreitert werden. Dahinter soll die A7 bis zum Elbtunnel acht Spuren erhalten. Zudem sind drei Lärmschutz-Deckel bei Schnelsen (560 Meter lang), Stellingen (900 Meter) und in Höhe von Altona (zwei Kilometer) in Planung. „Erfahrungsgemäß nehmen in Baustellenbereichen die Unfälle zu“, sagt Dornquast, der den gestrigen Unfall als Warnsignal sieht.

Der Unfall ereignete sich am Dienstag um 7.40 Uhr an einem Stauende. Hinter einem stehenden Lastwagen und Pkw bremste ein zweiter Lkw. Der folgende Tanklastzug wollte ausweichen, touchierte aber den Lkw vor ihm und geriet gegen die Mittel-Leitplanke. Von dort zog der 27 Jahre alte Fahrer den Tanklastzug wiederum nach rechts, dabei fuhr er auf den bereits im Stau stehenden Pkw auf und schob diesen auf den Lkw vor ihm. Der Tanklastzug geriet an den rechten Fahrbahnrand und verkeilte sich in der Außenschutzplanke. Er hatte 20.000 Liter brennbare Glycerin-Seifenlauge geladen, die aber nicht ausliefen. Vor der Bergung des Lasters musste die Lauge aber in ein Ersatzfahrzeug umgepumpt werden. Die beiden 24 Jahre alten Pkw-Insassen kamen mit schweren Verletzungen in die Kieler Uniklinik, zwei Lkw-Fahrer erlitten leichte Verletzungen. 

Im vorigen Jahr ereigneten sich auf der A7 zwischen dem Autobahndreieck Bordesholm und Hamburg insgesamt 246 Verkehrsunfälle, davon 127 in Fahrtrichtung Hamburg und 119 gen Norden. 2012 zählte die Polizei 234 Unfälle, 2011 waren es fast 300. Diese Zahlen teilte vor einigen Tagen das Kieler Innenministerium mit, nachdem Volker Dornquast eine Kleine Anfrage gestellt hatte. Der Landespolitiker sieht durch diese Zahlen bestätigt, dass bereits jetzt die Unfälle auf der A7 zu häufigen Beeinträchtigungen des Verkehrs und zu starken Ausweichverkehren auf den weiteren Straßen der Region führen.

Deshalb befürchtet er während der vierjährigen Bauzeit Schlimmes und fordert verschiedene Maßnahmen, um die Lage zu entschärfen. So müsse die Zahl der Zugverbindungen nach Hamburg deutlich erhöht und die marode Landesstraße 326, die durch Henstedt-Ulzburg führt und als Ausweichstrecke für die Autobahn gilt, noch vor Beginn des A7-Ausbaus saniert werden. Dornquast: „Der sechsspurige Ausbau der A7 muss sein, das ist keine Frage. Aber wir müssen sehen, dass wir die Beeinträchtigungen abfedern.“

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