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A7-Ausbau : Am 5. Mai beginnt die Megabaustelle

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Startschuss für den Ausbau der A7 fällt mit den Maßnahmen an der Langenfelder Brücke. Hamburgs Baukoordinator stellt das Konzept für zehn Jahre dauernde Arbeiten vor.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 13:30 Uhr

Hamburg | Es geht los: Der größte, teuerste und längste Autobahnausbau des Nordens beginnt in etwas mehr als einer Woche. Den Termin nannte der Koordinator für Ausbau und Überdeckelung der A7, Gerhard Fuchs, am Donnerstagabend erstmals im Verkehrsausschuss der Hamburger Bürgerschaft. „Am 5. Mai, 0 Uhr startet der Bau der Langenfelder Brücke“, kündigte Fuchs an. Die 400 Meter lange Brücke muss im Zuge der A7-Verbreiterung komplett abgebrochen und neu errichtet werden. Das Vorhaben gilt als hochanspruchsvoll, weil der Ersatz des Bauwerks bei rollendem Verkehr erfolgen soll.

Die schwierige Operation bildet damit den Auftakt zu dem mindestens zehn Jahren dauernden Ausbau der Autobahn auf einer Länge von 71 Kilometern in Hamburg und in Schleswig-Holstein. Vom Bordesholmer Dreieck bis zum Elbtunnel wird die A7 um jeweils zwei Spuren verbreitert, dazu erhält sie auf Hamburger Gebiet drei Lärmdeckel. Verkehrsexperten erwarten jahrelange Behinderungen, Spediteure und Unternehmen warnen eindringlich vor einem teurem Dauerstillstand auf der wichtigsten Nord-Süd-Achse im nördlichen Europa.

Fuchs soll im Auftrag der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein als „Kümmerer und Frühwarnsystem“ Probleme der Megabaustelle rechtzeitig erkennen und entschärfen helfen. Nach drei Wochen im Amt legte der 71-Jährige ehemalige Hamburger Staatsrat am Donnerstag im Ausschuss zunächst nur erste Überlegungen für das Krisenmanagement vor. So schlug Fuchs unter anderem vor, eine „Task Force“ für schnelle Eingriffe zu bilden. Zudem soll es ein „modernes System zur Verkehrsinformation“ geben, das Autofahrer in Echtzeit über Staugefahr unterrichtet. Dazu werde auch ein einheitlicher Internetauftritt Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Niedersachsens gehören. Bei Stauwarnungen werde eine Zusammenarbeit mit dem Navigator-Hersteller Tomtom geprüft. Auch möchte Fuchs im Herbst bei einem wissenschaftlichen Workshop Erfahrungen anderer Bundesländer und von Fachleuten zu vergleichbaren Großbaustellen sammeln. Ein konkretes Baustellenmanagement könne aber erst festgelegt werden, wenn im Frühsommer 2014 feststehe, welches Bauunternehmen den Zuschlag für die A7-Verbreiterung zwischen Bordesholm und Hamburg-Schnelsen erhält. Der Ausbau auf dem Gebiet Schleswig-Holsteins soll dann im Herbst beginnen.

Klar wurde im Ausschuss indes auch, dass der Koordinator eher beratend tätig werden kann und über keine wirkliche Macht verfügt. Laut Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) ist der Posten bewusst außerhalb der Behördenbürokratie angesiedelt worden, die politische Verantwortung müsse bei den zuständigen Ressorts verbleiben. Horch: „Aber Herr Fuchs kann jederzeit bei mir und bei meinem Kollegen aus Kiel, Herrn Minister Meyer, vorsprechen.“

Der Leiter des Verkehrsamtes, Martin Huber, kündigte derweil an, dass es eine Wartezeitenprognose für die A7-Baustelle geben soll – die werde aber frühestens 2015 zur Verfügung stehen. Auch denke die Stadt über einen Abschleppservice nach, um Liegenbleiber in der Baustelle rasch fortschaffen zu können.

Die Opposition in der Bürgerschaft gehen die Anti-Stau-Planungen viel zu langsam. Der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Hesse kritisierte, dass der Senator die betroffenen Verbände und Unternehmen erst vor zwei Wochen bei einem Spitzengespräch um Vorschläge zur Stauvermeidung gebeten hatte. „Das ist doch viel zu spät. Das hätte schon vor anderthalb Jahren stattfinden müssen.“

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