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Marode Kanal-Brücke : ADAC fordert Tempo beim Neubau der Rader Hochbrücke

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Es sei nur noch bis 2025 Zeit, sagt der ADAC-Landeschef Gerhard Hillebrand. Es müssten mehr Planer eingesetzt werden.

Kiel | Der Neubau der maroden Rader Hochbrücke muss nach Ansicht des ADAC in Schleswig-Holstein verkehrspolitisch höchste Priorität der künftigen Landesregierung haben. „Wir haben nur noch bis 2025 Zeit, um die A7-Autobahnbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal zu ersetzen“, sagte ADAC-Landeschef Gerhard Hillebrand am Donnerstag in Kiel mit Blick auf die begrenzte Lebensdauer der Brücke.

Die mehr als 45 Jahre alte Hochbrücke muss bis 2026 durch eine neue ersetzt werden, weil sie den Belastungen nach Meinung von Experten nicht länger standhält. Das Bauwerk war 2013 repariert worden, Fachleute hatten massive Schäden an den Pfeilerköpfen festgestellt.

Mit der Planung eines möglichst sechsspurigen Neubaus - dies sei wegen des Transitverkehrs zu Skandinavien notwendig - müsse jetzt begonnen werden. Die alte Brücke hat nur vier Spuren.

Zudem sollten wichtige Verkehrsprojekte endlich vorankommen und zu Ende gebracht werden:

  • Die A20 westlich von Bad Segeberg mit westlicher Elbquerung,
  • die A 21 bis Kiel
  • sowie der verkehrsgerechte Ausbau der A 23.
  • Ein Dauerbrenner seit 19 Jahren sei auch der Ausbau der B 5. Sie müsse mehrstreifig und kreuzungsfrei sein bis an die dänische Straße, forderte Hillebrand.

Er kritisierte, der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein habe viel zu wenig Planungskapazitäten. Die Landesregierung, die nach der Landtagswahl am 7. Mai zustande kommt, müsse dringend zusätzliche Planer einstellen. Weil Planer für den Straßenbau fehlten, seien in der Vergangenheit vom Bund zur Verfügung Mittel in beträchtlicher Millionenhöhe nicht abgerufen worden.

Die Planungskapazitäten müssten zudem von 70:30 Prozent für Schienenverkehr und Radwege umgedreht werden zu Gunsten des Straßenbaus. „Der Erhaltungsstau bei der Sanierung von Straßen in dreistelliger Millionenhöhe muss unbedingt abgebaut werden“, sagte der ADAC-Landesvorsitzende.

Positiv bewertete er zur Halbzeit den sechsspurigen Ausbau der A 7 zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Kreuz bei Kiel. Die Arbeiten lägen gut im Kosten- und Zeitplan. Insgesamt hielten sich die Staus wegen des klugen Baustellenmanagements in Grenzen. Die künftige Landesregierung solle sich beim Bund für weitere ÖPP-Projekte einsetzen, forderte Hillebrand.

Außerdem sollte sich Schleswig-Holstein um eine Teststrecke für das autonome oder teil-autonome Fahren bemühen. Denn die sogenannte Mobilität 4.0 werde in jedem Fall kommen.

Um notorische Raser, Drängler und Alkoholsünder am Steuer zu bekämpfen, sind nach Ansicht des ADAC erheblich mehr Kontrollen notwendig. „Hierfür müssen mehr Polizisten eingestellt und die notwendige technische Ausrüstung angeschafft werden“, nannte Hillebrand weitere Schwachstellen.

Großen Handlungsbedarf sieht der ADAC auch beim Schienenverkehr, der bisher wegen unzureichender Taktung und schlechten Zugkomforts keine echte Alternative für Auto-Pendler sei. Die Landesregierung solle in Zukunft bei Streckenausschreibungen nicht nur auf den besten Preis, sondern die Qualität des Angebots achten.

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erstellt am 06.Apr.2017 | 12:25 Uhr

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