Hamburg und SH : A7-Ausbau: Staus und Sperrungen bis 2023

Der Ausbau der A7  wird 2014 für Staus sorgen.
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Der Ausbau der A7 wird 2014 für Staus sorgen.

Die Bauarbeiten am Elbtunnel haben begonnen, später folgt dann der Bereich von Bordesholm bis Hamburg. Autofahrer müssen sich auf erhebliche Behinderungen einstellen. Wo und wann gebaut wird, hat shz.de zusammengestellt.

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17. März 2014, 12:54 Uhr

Der Ausbau der A7 ist das größte Straßenbauvorhaben im Großraum Hamburg seit Jahrzehnten. Die mit täglich 152.000 Fahrzeugen überlastete Verbindung erhält zwischen dem Bordesholmer Dreieck und dem Elbtunnel zwei zusätzliche Fahrstreifen. Hinzu kommt auf Hamburger Gebiet der dreigeteilte Lärmschutzdeckel in den Abschnitten Schnelsen, Stellingen und Bahrenfeld/Othmarschen. Die Verbreiterung samt der aufwändigsten Autobahndeckelung in ganz Europa soll 2014 starten und wird wohl mindestens bis 2023 dauern. Die Kosten liegen bei mehr als einer Milliarde Euro. Den Löwenanteil trägt der Bund. Der frühere Hamburger Staatsrat Gerhard Fuchs soll in den nächsten vier Jahren zudem für einen möglichst reibungslosen Ausbau der A7 sorgen.

Sperrung der Röhre vier im Elbtunnel

Im Zeitraum 23. März bis 11. Juli 2014 wird der Asphalt in der vierten Röhre sowie in den beiden Weichenbereichen vor den Einfahrten erneuert. Die Folge: Während der vier Monate ist nahezu ständig mindestens eine der vier Durchfahrten voll gesperrt, über zwei Monate sind es sogar zwei. Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof: „Wir appellieren an alle Pendler aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, in diesen vier Monaten unbedingt auf Bus und Bahn umzusteigen.“

Mit der Großbaustelle endet eine Phase von nur gut einem Jahr mit freier Fahrt in allen vier Röhren. Zuvor war der Tunnel rund ein Jahrzehnt lang quasi permanent saniert worden, weshalb stets eine Durchfahrt ausfiel. Nun müsse auch in der neuesten Röhre die Fahrbahndecke dringend ausgetauscht werden, sagte Andree Poggendorf, Chef der Elbtunnel-Betriebszentrale. Dasselbe gelte für die Bereiche vor den Tunneleinfahrten, die sogenannten Weichen. Auch dort wird der Asphalt komplett abgetragen und ersetzt. Vor dem Nordportal betrifft das einen Bereich von rund 700 Metern Länge, einschließlich der beiden Ab- und Zufahrten Othmarschen.

Südlich des Tunnels erstreckt sich die Baustelle auf rund einen Kilometer. Dort nutzt die Stadt die Vollsperrung der vierten Röhre, um zeitgleich die maroden Träger der sich anschließenden Elbmarsch-Hochstraße auszubessern.

Nach einer Pfingstpause (5. bis 9. Juni) sind bis zum geplanten Abschluss der Arbeiten am 11. Juli die zweite und die dritte Röhre dicht. Damit stehen von Mai bis Juli für volle zwei Monate am Nadelöhr des Nordens nur vier von acht Fahrstreifen zur Verfügung.

Neubau der Langfelder Brücke

Im Mai ist der Ausbau der A7 auf Hamburger Gebiet Gestartet. Die Ingenieure gehen zunächst eine der heikelsten Aufgaben des Großprojekts an. In Stellingen soll ab Juni 2014 die sechsspurige, 400 Meter lange Langenfelder Brücke durch einen achtspurigen Neubau ersetzt werden. Und das nicht nur bei rollendem Verkehr oben, sondern auch unten. Auf den 17 Fern- und S-Bahngleisen unterhalb der Querung darf der Verkehr ebenso wenig ruhen wie auf der Autobahn. Die Strecke ist unverzichtbar: Dort passieren sowohl die Fernbahnen Richtung Kiel und Sylt als auch die S-Bahnlinie 3 nach Pinneberg.

Im Juni wird der östliche Brückenteil (Richtung Flensburg) gesperrt und die sechs Fahrspuren für beide Richtungen auf die Westbrücke verlegt. Bauarbeiter entfernen anschließend die Brückenaufbauten und trennen das Brückenteil ab. Auf Gleitlagern erfolgt das Verschieben des frei stehenden Autobahnstücks, das außerhalb der Gleisanlagen zerlegt werden kann. In umgekehrter Reihenfolge schieben die Bautrupps dann die Stahltröge des Neubaus über die Schienenanlagen.

Damit Autos und Züge trotz der Großbaustelle weiterhin rollen können, wird die aus zwei Bauwerken bestehende Brücke zunächst von ihren Anschlüssen an die A7 abgetrennt, zur Seite verschoben und am Rand demontiert. In umgekehrter Reihenfolge schieben die Bauarbeiter dann die Unterkonstruktion des Neubaus über die Gleise, bringen Betonplatten auf, die schließlich asphaltiert werden. Der Bund lässt sich allein diese Maßnahme rund 80 Millionen Euro kosten.

Das betroffene Autobahnstück überspannt die Gleise in Höhe des S-Bahnhofs Stellingen und reicht bis kurz vor die MVA Stellingen. Etwa 130.000 Autofahrer passieren die Brücke täglich, deren tragende Bauteile nach rund 40 Jahren Lebensdauer so sanierungsbedürftig sind, dass sich die A7-Planer im Zuge der Verbreiterung um zwei Fahrspuren gleich für einen Ersatzbau entschieden.

2016 soll der östliche Brückenteil befahrbar sein, anschließend wird auf dieselbe Weise das Weststück ab- und neugebaut. Ende 2018, so die Schätzung, wird die Langenfelder Brücke mit acht Spuren neu entstanden sein. Ganz ohne Vollsperrungen werde die Operation Langenfelde nicht abgehen können: Etwa zehnmal soll die A7 komplett gesperrt werden.

Sechs- und achtspuriger Ausbau der A7 ab Bordesholm

Der erste Bauabschnitt zwischen dem Bordesholmer Dreieck und Hamburg wird voraussichtlich im Juli 2014 aufgemacht. Innerhalb von vier Jahren sollen die 65 Kilometer bis zum Autobahndreieck Nordwest auf sechs Spuren verbreitert werden. Auf den zwei Fahrspuren pro Richtung in Schleswig-Holstein wird es mehrere Baustellen geben, die alle rund zwölf Kilometer lang sein sollen. Dazwischen sind fünf Kilometer lange Erholungsabschnitte geplant. Allein in SH sind dafür etwa 300 Millionen Euro veranschlagt. Dahinter soll die A7 bis zum Elbtunnel acht Spuren erhalten.

Wenn in Schleswig-Holstein der Ausbau der A7 beginnt, sollen digitale Anzeigetafeln alle zweieinhalb Kilometer darüber informieren, wie viele Minuten die Autofahrer durch zähflüssigen Verkehr oder Stau verlieren. Möglich machen dies Detektoren, die das Fahrzeugaufkommen erfassen und in Echtzeit hochrechnen. Zwischen jeder Baustelle müssen sich mindestens fünf Kilometer lange Erholungsstreifen befinden. Das Tempo soll streckenweise auf 80 Kilometer pro Stunde gedrosselt werden.

A7-Deckel in Schnelsen

Auf Hamburger Territorium beginnen die eigentlichen Arbeiten Mitte des Jahres in Schnelsen. Mit einem Baubeginn ist in 2014 zu rechnen. Die Bauzeit für den Abschnitt Schnelsen wird etwa vier Jahre betragen. Anschließend, voraussichtlich ab 2018, wird die Deckeloberfläche mit Parkflächen und Kleingärten hergestellt. In Schnelsen sind für den Bau der 560 Meter langen Lärmhaube ebenfalls zwei Vollsperrungen der A7 angekündigt. Eng wird es dort ab 2016 zudem, wenn die Abfahrt Schnelsen für 18 Monate dicht gemacht wird.

A7-Deckel in Stellingen

Spätestens 2015 folgt der Abschnitt Stellingen. Damit verläuft der Ausbau in diesen beiden Bereichen weitgehend zeitgleich. Die ersten vorbereitenden Maßnahmen sind angelaufen, was Autofahrer auch im Hamburger Stadtgebiet in Kürze besonders zu spüren bekommen werden. Ab Februar errichtet die Stadt an der Kreuzung Kieler Straße/Sportplatzring eine halbjährige Großbaustelle. Der Bereich wird so umgestaltet, dass er in der Deckelbauphase weniger stauanfällig ist.

Der Stellinger „Schalldämpfer“ wird knapp 900 Meter lang und erstreckt sich von nördlich der Anschlussstelle Stellingen bis zur Güterumgehungsbahn. Die kreuzende Brücke Wördermanns Weg wird auf die Tunneloberfläche verlegt. In den angrenzenden Gärten ragt die Tunnelhaube dann bis zu drei Metern in die Höhe. Die Betonwände sollen ebenso begrünt werden wie das gesamte Tunneldach. Auf diesem entsteht laut Planungen ein „eher robuster Park“ mit Sitzbänken, einer durchgängigen Promenade sowie 43 Kleingartenparzellen. Außerhalb des Tunnels erhält die A7 zwischen Stellingen und Volkspark auf 2,7 Kilometern Flüsterasphalt.

A7-Deckel im Bereich Altona (Bahrenfeld/Othmarschen)

In Höhe Hamburg-Altona ist ein zwei Kilometer langer Deckel in Planung. An der Anschlussstelle Bahrenfeld/Othmarschen wird vermutlich ab 2019 gebaut. Die Bauzeit soll etwa vier Jahre betragen. Anschließend sollen Parkflächen und Kleingärten angelegt werden.

 

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