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Auf Neumünster folgt Hamburg : A7-Ausbau: Die Autobahn wird gleich dreimal voll gesperrt

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Am Samstag wird die A7 bei Neumünster für elf Stunden gesperrt. Was am Wochenende darauf folgt, ist noch viel heftiger.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2015 | 20:21 Uhr

Nichts geht mehr auf der A7: Die Autofahrer in Schleswig-Holstein und Hamburg erwarten drei Vollsperrungen, die Nerven kosten dürften. Sie sollen einmal elf und zweimal 55 Stunden dauern. Es werden wieder Brücken abgerissen.

Weil die Autobahn von vier auf sechs Spuren erweitert wird, müssen die Querungen mitwachsen. „Staus sind nicht auszuschließen“, warnt Peter Caspar Hamel, Sprecher des Baukonsortiums Via Solution Nord. „Aber die Arbeit muss gemacht werden.“

In nur elf Stunden soll in der Nacht vom 13. auf den 14. Juni (Samstag, 22 Uhr, bis Sonntag, 9 Uhr) bei Neumünster die Brücke Prehnsfelder Weg abgetragen werden. Die Autobahn wird dazu zwischen Neumünster-Nord und Neumünster-Mitte komplett gesperrt.

Noch heftiger wird es am darauf folgenden Wochenende in Hamburg. Vom 19. bis 22. Juni (Freitag, 22 Uhr, bis Montag, 5 Uhr) wird im Stadtteil Schnelsen die Brücke Frohmestraße entfernt, gleichzeitig werden zwei Behelfsbrücken errichtet. Dafür haben die Planer 55 Stunden angesetzt. In dieser Zeit ist die A7 zwischen Schnelsen und dem Dreieck Nordwest dicht. Das 55-Stunden-Spiel wiederholt sich am ersten Juli-Wochenende (3. bis 6. Juli) bei der knapp 300 Meter entfernten Brücke Heidlohstraße.

 

Via Solutions Nord hat sich grundsätzlich gegen Sprengungen entschieden, sie wären im Hamburger Stadtgebiet auch nur schwer möglich. „Bagger werden den Stahlbeton mit Meißeln und hydraulischen Scheren Stück für Stück zerlegen“, erklärt Hamel. Obwohl die Betonknacker eine enorme Brechkraft haben, kostet das Zeit. Zunächst wird die Fahrbahn unter den Brücken mit einer 1,5 Meter dicken Sandschicht abgedeckt, damit herabstürzende Brocken sie nicht beschädigen, dann fräsen Maschinen den Brückenasphalt ab.

Sind die Bauwerke schließlich weggeknabbert, wird ihr Schutt, jeweils rund 1500 Tonnen, abgefahren. Bei Neumünster schieben Radlader ihn teilweise an den Straßenrand, weil die Zeit knapper ist. Von den Stahlarmierungen befreit und zerkleinert soll der Beton später als Unterbau für die verbreiterte A7 genutzt werden.

In Hamburg werden 750-Tonnen-Kräne dann jeweils zwei Behelfsbrücken aus Stahl an ihren Platz hieven, eine für Fahrzeuge, eine für Fußgänger. Letztere wird erst während der laufenden Arbeiten per Tieflader gebracht. Bei Neumünster gibt es kein Provisorium, die Autofahrer müssen etwa sieben Monate auf die neue Brücke warten.

Während der Abrissarbeiten sind Umleitungen eingerichtet. In Hamburg von Süden: Am Dreieck Nordwest auf die A23, dann an der Abfahrt Eidelstedt auf die B4 und weiter auf die Oldesloer Straße. Von dort bei Schnelsen-Nord zurück auf die A7. Aus Richtung Norden ist es umgekehrt. „Während der bisherigen Vollsperrungen lief alles relativ glatt“, sagt Christian Hieff vom ADAC Hamburg. „55 Stunden sind allerdings schon heftig.“

In Neumünster dürfte es trotz der kürzeren Zeit chaotisch werden, denn der gesamte Autobahnverkehr muss durch die Innenstadt – und das ausgerechnet zum Holstenköste-Wochenende. „Mit Rücksicht auf das Stadtfest haben wir die Sperrzeit ja auf nur elf Stunden reduziert“, betont man bei Via Solutions Nord. Das soll helfen, größere Verkehrseinschränkungen zu verhindern. Christian Hieff mahnt: „Autofahrer sollten aber einen Plan B in der Tasche habe. Entweder auf die Bahn umsteigen oder eine eigene Route ausarbeiten, bei der die Sperrung weiträumig umfahren wird.“

Alles Wissenswerte zum A7-Ausbau gibt es auf www.shz.de/a7.

Aktuelle Verkehrsmeldungen finden Sie auf shz.de/verkehr.

Die Baustellen in einer Karte:

 
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