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Autobahn-Weiterbau : A20: Naturfreunde fordern Fledermaus-Studien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Treffen mit Verkehrsressort: Umweltverbände verlangen mehr Gründlichkeit beim Tierschutz und Prüfen anderer Trassen.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2014 | 14:30 Uhr

Die Umweltverbände BUND und Nabu haben Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer aufgefordert, bei der weiteren Planung der Autobahn A20 mehr Rücksicht auf die Natur zu nehmen als bisher erkennbar. Bei einem Treffen mit Meyers Staatssekretär und SPD-Parteifreund Frank Nägele verlangten BUND-Geschäftsführerin Ina Walenda und Nabu-Chef Ingo Ludwichowski gestern unter anderem, dass Meyers Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) die Fledermausbestände an den möglichen Trassen für die A20 „zwei volle Jahre“ und nicht nur ein Jahr lang beobachten lassen müsse. Das sei „planungsrechtlich zwingend erforderlich“ – denn nur so ließen sich Zufallsbefunde etwa durch den warmen letzten Winter ausschließen. Der vom Bundesverwaltungsgericht gestoppte Weiterbau der A20 von Bad Segeberg in Richtung A7 könnte dann noch länger dauern als gedacht.

Schon jetzt rechnet das Land wegen des Urteils nicht mit einem Weiterbau vor 2017, wie Nägele kürzlich im Landtag eingeräumt hat. Die Leipziger Verwaltungsrichter hatten kritisiert, dass die noch von Meyers CDU-Vorgänger Jost de Jager verantwortete Planung zu wenig Rücksicht auf den Schutz der Fledermäuse im Abschnitt zwischen Bad Segeberg und Wittenborn nehme. Zudem bemängelten sie, dass das Land nicht ausreichend untersucht habe, ob andere Trassen der Natur weniger schaden als die gewählte.

Bei dieser Untersuchung von Alternativen lasse es der LBV auch unter Meyer an Engagement fehlen, meinen die Umweltverbände. „Dem LBV ist aus dem Blick geraten, dass das Urteil auch wesentliche Aussagen zur Notwendigkeit einer ergebnisoffenen Alternativenprüfung trifft“, erklärten Walenda und Ludwichowski vor dem gestrigen Treffen. Für ein rechtssicheres Verfahren sei jedoch „eine Erweiterung des Untersuchungsraums nach Osten und Süden vorzunehmen“ und die Prüfung anderer Trassen nötig. „Wir fordern die Landesregierung auf, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vollständig umzusetzen“, erklärten beide Kritiker.

Nach dem gestrigen Treffen im Ministerium mochte sich kein Beteiligter offiziell äußern. Konkrete Ergebnisse hat es aber offenbar nicht gegeben. „Wir bleiben im Gespräch“, hieß es nur unisono. Schon das ist ein Fortschritt: Kurz nach dem bisher letzten Gespräch im Dezember hatte Walenda weitere Treffen erst mal abgesagt und mit einer neuen Klage gegen die A20 gedroht.

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