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Öffentlicher Dienst : Verdi: Hunderte Beschäftigte streiken in Schleswig-Holstein für mehr Lohn

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Am Dienstag hatte die Gewerkschaft Verdi wieder zu Warnstreiks aufgerufen - unter anderem in Flensburg.

Flensburg/Brunsbüttel | Wenige Tage vor den nächsten Verhandlungen hat die Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes ihre Warnstreiks im Norden ausgeweitet. Am Dienstag nahmen nach Angaben der Gewerkschaft mehrere Hundert Beschäftigte an den eintägigen Aktionen teil. Allein in Schleswig beteiligten sich nach Angaben einer Verdi-Sprecherin rund 700 Teilnehmer an einer Kundgebung und einem Demonstrationszug. In Flensburg waren es rund 350 Teilnehmer. „Die Beteiligung hat unsere Erwartungen übertroffen.“

Am 14. März haben in Potsdam die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen begonnen. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb fordern für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab.

In Flensburg war unter anderem das Kraftfahrtbundesamt betroffen, das Schwimmbad der Stadt blieb wegen der Warnstreiks ganztägig geschlossen. In Schleswig beteiligten sich Mitarbeiter der Helioskliniken und der Stadtwerke an den Aktionen. An der Westküste legten nach Verdi-Angaben rund 80 Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Tönning die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaften hatten Mitte April ein Angebot für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen abgelehnt. Die Arbeitgeber boten drei Prozent mehr Lohn für zwei Jahre. Die Gewerkschaften hatten sechs Prozent mehr für ein Jahr verlangt. Am 28. April gehen die Tarifverhandlungen in Potsdam weiter.

Auch in den kommenden Tagen sind weitere Aktionen im Norden geplant. „Bis zum 28. April wollen wir in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern einen Gang raufschalten“, sagte Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky.

Auch in Hamburg soll es demnächst erste Aktionen geben: Am Freitag soll den Forderungen dort mit zwei Kundgebungen und einem Demonstrationszug Nachdruck verliehen werden. Flächendeckende Warnstreiks soll es zunächst aber nicht geben.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sechs Prozent mehr Geld und hatte in mehreren norddeutschen Städten dazu aufgerufen, „mit deutlichen Impulsen von unten mehr Bewegung in die Verhandlungen zu bringen“. Aus Sicht der Gewerkschafter würden die Arbeitgeber die Forderungen mit „einer Reallohnsenkung“ beantworten. Das komme einer Provokation gleich. „Das Angebot landet, wenn man es genau betrachtet, bei 0,66 Prozent Erhöhung im Jahr 2016 und nur 1,2  Prozent im Jahr 2017“, heißt es in einer Mitteilung von Verdi (Bezirk S-H Nordost).

Was fordern Beschäftigte in anderen Branchen? Antworten liefert die Tabelle über die Tarifrunde 2016, nachzulesen auch auf der Website der Hans-Böckler-Stiftung.

Branche Gehaltsforderung
Bankgewerbe 4,9 Prozent
Bauhauptgewerbe 5,9 Prozent
Deutsche Telekom 5 Prozent
Druckindustrie 5 Prozent
Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie 5 Prozent
Hotel- und Gaststättengewerbe 100 Euro/Monat
Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent
Nahrung-Genuss-Gaststätten 4,5-5,5 Prozent
Öffentlicher Dienst, Bund und Gemeinden 6 Prozent
Süßwarenindustrie 6 Prozent
Volkswagen AG 5 Prozent
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erstellt am 19.Apr.2016 | 16:17 Uhr

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