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Schleswig-Holstein

22. Oktober 2017 | 10:54 Uhr

Verbeult bis zur Unkenntlichkeit

vom

Car Boxing: Männermief, zahllose Beulen und zu Schrott gefahrene Autos ziehen mehr als 1500 Zuschauer in den Toftlunder Boxring

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Toftlund | Eine genaue Definition von Männermief gibt es wohl nicht. Aber es muss etwas mit abgefackelten Reifen, kochender Kühlerflüssigkeit und mit dampfendem Motorenöl zu tun haben. Davon zumindest gab es unlängst genug in Toftlund - und es brachte jede Menge Leute in die Stadt in Nordschleswig. Mehr als 1500 Zuschauer hatten sich dort zum Car Boxing des Jahres eingefunden, ein jährlich wiederkehrendes Ereignis zum Toftlunder Stadtfest. Und die vielen Besucher wurden nicht enttäuscht: Sie bekamen jede Menge Action in Form frontaler Crashs, rauchender Motoren und zerschmetterter Autos.

Car Boxing läuft darauf hinaus, dass sich zwei Autos in einem Ring von 20 mal 30 Metern gegenüberstehen und sich gegenseitig "torpedieren". Das Auto, das zuerst den Geist aufgibt, hat verloren - und der Gewinner geht weiter in die nächste Runde.

Obwohl dies wie glatter Selbstmord klingt, wird Sicherheit beim Car Boxing ganz groß geschrieben: "Heute Abend ist es das 17. Mal, dass wir ein Car Boxing veranstalten. Im Laufe der Jahre haben wir mehr als 200 Autos zu Schrott gefahren, und bislang wurde keinem der Fahrer dabei auch nur ein Haar gekrümmt", sagte der stets wohlaufgelegte Sprecher des Boxrings, Kurt Lyhne.

Zwölf Firmenwagen aus dem Lokalbereich wurden an diesem Abend an den Start geschickt. Und sie lieferten eine fantastische Autoshow. Bevor der Lack die ersten Kratzer bekam, wurde das Auto von "L. H. Autolak Ribe" mit Lasse Hermansen am Steuer zum schönsten Wagen des Abends gekürt. Doch Schönheit vergeht - an diesem Abend sogar besonders schnell.

Obwohl Car Boxing nach Männermief riecht, gingen auch zwei weibliche Fahrer an den Start. Beide überlebten die einleitende Runde. Im vergangenen Jahr schaffte es Sanne Brink vom "Team Fakta" sogar auf den dritten Platz; an diesem Abend aber wollte sie mehr: "Ich kann gewinnen, wenn die Reifen halten", sagte sie nach dem Sieg in der ersten Runde.

Doch die Reifen - oder war es der Motor - machten schlapp. Sanne Brink und Isabella Larsen, die für Fuhrunternehmer Jens Juhl an den Start gingen, mussten in der zweiten Runde ausscheiden - und die entscheidenden Runden den großen Jungs überlassen.

Nach einigen Minuten im Boxring waren im Großen und Ganzen alle Autos bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Das kleinste Fahrzeug des Abends erwies sich zugleich als das stärkste: "Westphal Entreprenørforretning" gewann in einem Opel Corsa!

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