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Ehemaliger SH-Ministerpräsident : Uwe Barschels Bruder zeigt Rechtsmediziner an

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dem heute 91-jährige Pathologen wirft er vor, Privatgeheimnisse verletzt zu haben. Eike Barschel glaubt, dass sein Bruder ermordet wurde.

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2016 | 07:22 Uhr

Hamburg | Weil er in einem Zeitungsinterview interne Details aus der Obduktion von Uwe Barschel ausgeplaudert hat, hat der Hamburger Pathologe Werner Janssen einem Bericht der „Welt“ zufolge jetzt eine Strafanzeige von Barschels Bruder Eike am Hals.

Der heute 91-jährige Janssen hatte den ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten nach seinem bis heute ungeklärten Tod in der Badewanne eines Genfer Hotels im Oktober 1987 rechtsmedizinisch untersucht. Gegenüber der „Zeit“ hatte er von Medikamentenrückständen berichtet. Laut Janssen besteht kein Zweifel, dass Barschel Suizid begangen hat.

Die gefundene tödliche Menge der Substanz Cyclobarbital habe Barschel weder versehentlich einnehmen können, noch habe sie ihm unbemerkt zugeführt werden können. Die Menge, die mindestens 20 Tabletten entspricht, habe Barschel nur freiwillig und bewusst einnehmen können. Barschels Bruder Eike hatte Janssen im Dezember 1987 mit einer zweiten Untersuchung der Leiche beauftragt – und ihn nach eigenen Angaben nie von der Verschwiegenheitspflicht entbunden. Deshalb wirft er ihm dem „Welt“-Bericht zufolge jetzt die Verletzung von Privatgeheimnissen vor.

Eike Barschel geht wie der damalige Chefermittler Heinrich Wille nach wie vor davon aus, dass Barschel ermordet wurde.

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