Polizei-Prank : Urteil: Youtuber Leon Machére muss 37.500 Euro Strafe zahlen

Da lacht er noch – ein Prankvideo handelt Leon Machère Ärger mit der Polizei ein.

Da lacht er noch – ein Prankvideo handelt Leon Machère Ärger mit der Polizei ein.

Der 26-Jährige erschien nicht zur Gerichtsverhandlung – wegen plötzlicher Krankheit. Doch das schützt vor Strafe nicht.

shz.de von
01. August 2018, 15:25 Uhr

Der Video-Witzbold war unpässlich: Youtuber Leon Machère hat sich gestern kurz vor Beginn seines Strafprozesses in Hamburg krank gemeldet. Der 26-Jährige war wegen zweier Videos angeklagt, in denen er Polizisten und Passanten auf die Schippe genommen hatte. 

Als der Youtube-Star am Mittag nicht vor dem Amtsgericht erschien, beantragte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl über 37.500 Euro wegen Amtsanmaßung und Vortäuschens einer Straftat. Amtsrichter Thomas Semprich gab dem Antrag statt. Akzeptiert Machère den Strafbefehl, ist das Verfahren beendet.

Die Krankmeldung war am Morgen eingegangen. „Erstaunlich, dass der Angeklagte gerade heute einen plötzlichen Krankheitsanfall bekommt“, spöttelte Amtsrichter Semprich und schickte den einzigen geladenen Zeugen nach Hause. Einen denkbaren Haftbefehl gegen den Angeklagten nannte Semprich „wohl noch nicht angemessen“.

Die Staatsanwältin beantragte einen solchen erst gar nicht, dafür eine saftige Geldstrafe. Für das Vortäuschen einer Straftat setzte sie 90 Tagessätze an, für die Amtsanmaßung 120. Mit Hinweis auf Medienberichte über die Einkommensverhältnisse des Youtubers und Rappers legten Staatsanwaltschaft und Gericht die Höhe eines Tagessatzes auf 250 Euro fest. Wie in Strafprozessen üblich, reduzierte die Anklägerin die Strafe bei der Aufsummierung beider Taten auf 150 Tagessätze, macht 37.500 Euro.

Der Hamburger Leon Machère - bürgerlich: Rustem Ramaj - gehört mit mehr als zwei Millionen Abonnenten seines Youtube-Kanals zu den deutschen Superstars des Portals. Wegen seiner Polizisten-„Pranks“ (Englisch für Streiche) hatte er schon mehrfach Ärger mit der Justiz. Im Mai verurteilte ihn das Amtsgericht Augsburg zu 32.500 Euro Strafe, weil er Polizisten beleidigt hatte.

Diesmal war er wegen zweier Vorfälle in 2017 angeklagt. In der Hamburger City soll er unter den Augen von Polizisten Häuser mit Kältespray besprüht haben, um Sachbeschädigungen vorzutäuschen. Das Eingreifen der Beamten filmte er und stellte die Aufnahmen online. Das Video ist noch auf seinem Youtube-Kanal zu finden. Die Beamten sind unkenntlich gemacht worden:

Im zweiten Fall soll er in einem Privat-Pkw samt eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn durch Hamburg gefahren sein. Passanten, die von einem echten Polizeieinsatz ausgingen, forderte Machère per Megaphon auf, Liegestütze zu machen oder sich zu entkleiden.

Gegen den Strafbefehl kann der 26-Jährige Berufung einlegen. Erst im Mai war er wegen Polizisten-Beleidigung vom Amtsgericht Augsburg zur Zahlung von 32.500 Euro verurteilt worden. Für eine Stellungnahme zum aktuellen Verfahren war er nicht zu erreichen.

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