Landesarbeitsgericht SH : Urteil: Grobe Beleidigung rechtfertigt fristlose Kündigung

Der Kläger hat sich nicht entschuldigt und zeigte keine Einsicht nach dem Streitgespräch mit seinem Chef.

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04. Mai 2017, 11:30 Uhr

Kiel | Wer seinen Vorgesetzten grob beleidigt, muss mit einer Kündigung rechnen - auch in einem langjährigen Arbeitsverhältnis. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein hervor, das die Behörde am Donnerstag veröffentlicht hat.

Das Gericht wies die Klage eines fristlos gekündigten Mitarbeiters eines Handwerksbetriebs ab, der seinen Chef nach einem Streitgespräch als „soziales Arschloch“ bezeichnet hatte. Das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der Kündigungsfrist fortzusetzen, sei dem Familienbetrieb nicht zuzumuten - auch nicht nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit.

Die Äußerung sei im Affekt gefallen und durch die Meinungsfreiheit gedeckt, argumentierte die Verteidigung des 62-Jährigen in der Kündigungsschutzklage. Das Gericht sah es anders: Weil zwischen Streit und Beleidigung mehrere Stunden vergangen seien, liege kein Affekt vor. Grobe Beleidigungen seien nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Eine Abmahnung sei nicht nötig gewesen, da sich der Kläger nicht entschuldigt und keine Einsicht gezeigt habe.

Das Urteil fiel bereits Ende Januar, wurde aber erst jetzt veröffentlicht.

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