zur Navigation springen

Kiel, Lübeck, Flensburg : Urlaub in Schleswig-Holstein: Hier boomt der Hotelbau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schleswig-Holstein lockt immer mehr Besucher – nicht nur an die Strände. Der Urlaub wird urbaner.

Kiel | Das „Hotel Hafen Flensburg“ mit 69 Zimmern, eröffnet am Ersten dieses Monats, ist das jüngste Beispiel – und viele weitere sollen folgen: Die größten Städte Schleswig-Holsteins erleben derzeit einen Bau-Boom bei Hotels wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Der Tourismus ist einer der wichtigesten Wirtschaftssektoren in Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland, klassischerweise ein Eldorado für Strand-Touristen, mausert sich zur Trend-Adresse auch für den urbanen Urlaub.

Allein in Kiel befinden sich laut Kiel-Marketing-GmbH sechs Hotels mit insgesamt über 700 Zimmern in Planung oder im Bau. Die Tourismusorganisation der Landeshauptstadt hält die Umsetzung bis spätestens 2019 für realistisch. Bereits in Gang sind die Bauarbeiten für ein 160-Zimmer-Haus der Lindner-Gruppe an der Hörn. Erst unlängst eröffnet hat auf dem Nachbargrundstück eine Dependance der französischen „B & B“-Kette im Zwei-Sterne-Segment. Die augenfälligste Investition soll ein „Hampton by Hilton“-Haus an der Sparkassen-Arena werden. Zehn bis 13 Etagen bekommt das Drei-Sterne-Objekt mit 210 Zimmern.

In Lübeck erwartet die Stadtverwaltung bis 2020 den Bau von sieben Hotels. Das bedeutet gleich 830 Zimmer mehr. Bereits erfolgt ist der erste Spatenstich für ein „Motel One“ in Eins-A-Lage direkt am Markt. Allein drei Objekte in der Drei-Sterne-Klasse sind rund um den Bahnhof geplant.

In Flensburg ist der nächste Bauantrag bereits gestellt: Gegenüber vom Rathaus plant der lokale Investor Gerd Theilen („Vital-Hotel Alter Meierhof“) ein Tagungshaus mit rund 120 Zimmern. Im Flensburger Stadtteil Sonwik direkt an der Förde liebäugeln die Betreiber des 2012 in Neumünster eröffneten Hotels „Altes Stahlwerk“ mit dem Bau eines Wellness-Hotels mit gut 80 Zimmern. Das „Alte Stahlwerk“ haben sie bereits um zusätzliche Tagungsräume erweitert.

„Die Städte machen bereits jetzt 20 Prozent des Übernachtungsvolumens in Schleswig-Holstein aus“, sagt Uwe Wanger, in Personalunion Geschäftsführer der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash) und der Kiel-Marketing-GmbH sowie Vorsitzender der Marketingkooperation Städte in Schleswig-Holstein (MakS). Bevor vor zwei Jahren auch an den Küsten ein Nachfragewachstum einsetzte, hätten lange Zeit die Städte die Übernachtungsstatistik des Landes vor dem Absturz bewahrt. Auch im vergangenen Jahr stiegen die Übernachtungen in den 14 Mitgliedsstädten der MaKS um überdurchschnittlich 5,3 Prozent. Der Landesdurchschnitt lag bei lediglich 2,8 Prozent.

„Dieses Interesse wollen die Investoren noch stärker abholen“, diagnostiziert Wanger. Er führt den Run auf Urlaub in der Stadt darauf zurück, dass die Menschen immer kürzer und dafür lieber öfter verreisen. Innerhalb kurzer Zeit lasse sich in der Stadt dank ihrer Vielfalt mehr erleben als anderswo, sagt Wanger. Hinzu komme, dass immer mehr Touristen schon viel von der Welt gesehen hätten. „Dann werden sie neugierig auch auf Städte, die vielleicht nicht in der allerersten Reihe stehen.“ Speziell Kiel profitiere zudem von Kreuzfahrt-Touristen. „Viele von ihnen reisen schon einen Tag vor dem Ablegen an oder hängen noch einen Tag dran“, schildert Wanger. Diese Gäste machten rund ein Fünftel aller Hotel-Übernachtungen in Kiel aus.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Dez.2016 | 12:23 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen