Gewitter und Starkregen : Unwetter fegen über SH: Zahlreiche Feuerwehreinsätze

Zentimeter hoch stand das Wasser in der Ortsmitte im Ortsteil Havighorst in Oststeinbek (Kreis Stormarn).

Zentimeter hoch stand das Wasser in der Ortsmitte im Ortsteil Havighorst in Oststeinbek (Kreis Stormarn).

Die Feuerwehren in SH und Hamburg rückten seit dem Nachmittag zu mehreren Hundert Einsätzen aus.

shz.de von
10. Mai 2018, 20:38 Uhr

Nach teils sintflutartigen Regenfällen sind die Feuerwehren in Hamburg und Schleswig-Holstein am Donnerstag zu Hunderten Unwettereinsätzen ausgerückt. Es kam zu massiven Überflutungen, Straßen standen teilweise bis zu einem Meter unter Wasser, wie die Feuerwehr berichtete. In der Hansestadt war vor allem der Osten betroffen. Bis zum Abend wurden mehr als 900 Unwettereinsätze gemeldet. Neben der Berufsfeuerwehr halfen 65 Freiwillige Feuerwehren, das THW und die DLRG - insgesamt 900 Einsatzkräfte. Verletzt wurde niemand.

Auch Oststeinbek (Kreis Stormarn) östlich von Hamburg hatte das Unwetter unter Wasser gesetzt. Es sei das größte Hochwasser seit Jahrzehnten, sagte der Sprecher der Feuerwehr, Christian Höft, am Abend. Derzeit gebe es 150 Feuerwehreinsätze gleichzeitig, auch der Katastrophenschutz sei beteiligt, hieß es am Abend. Keller ganzer Straßenzüge seien in dem Ort im Kreis Stormarn überflutet, ein Bahndamm drohe abzurutschen, Trafohäuser stünden unter Wasser. Es gebe Stromausfall. Flüsse würden über die Ufer treten und ein Haus stehe komplett unter Wasser.

Die Wassermassen haben eines Gebäudes in Oststeinbek weggespült.
Peter Wüst

Die Wassermassen haben die Mauer eines Gebäudes in Oststeinbek weggespült.

 

Danach seien im Bereich Lohbrügge/Bergedorf unter anderem mehrere Menschen auf überschwemmten Straßen in Autos eingeschlossen gewesen oder hätten aus unter Wasser stehenden Wohnungen in Sicherheit gebracht werden müssen, sagte der Sprecher. Die Bundesstraße 5 war komplett gesperrt. Im Stadtteil Berne musste die Strecke der U1 über 300 Meter dichtgemacht und der Bahndamm gesichert werden. Die Hochbahn richtete einen Ersatzverkehr zwischen den Stationen Berne und Farmsen ein.

Hamburg
Sebastian Peters

An der Bundestraße 5 war ein Wohnhaus durch den starken Regen komplett unterspült worden.

Wegen Unterspülung wurde ein Wohnhaus in Lohbrügge mit neun Parteien evakuiert – das Gebäude drohte einzustürzen. In einer Tiefgarage trieben Chlorbehälter im Wasser umher. Einen Rollstuhlfahrer brachten die Rettungskräfte aus seiner Wohnung, in der das Wasser mehr als einen halben Meter hoch stand, in Sicherheit. Die Regenmassen sorgten für zahlreiche überflutete Keller. Auch im Unfallkrankenhaus Boberg musste der Keller leer gepumpt werden. Der Betrieb sei aber nicht gefährdet. „Der Einsatz der Hilfskräfte im Einsatzgebiet wird sich über die gesamte Nacht hinziehen“, hieß es.

Hamburg
Florian Büh

In Hamburg Bergedorf wurden Gehwege unterspült und ganze Gehwegplatten weggerissen.

Ein schweres Gewitter löste auch in Quickborn (Kreis Pinneberg) Dutzende Feuerwehreinsätze aus. Ab dem Nachmittag seien rund 130 Einsatzkräfte mehrerer Freiwilliger Feuerwehren aus dem Kreis Pinneberg und des Technischen Hilfswerks Barmstedt im Stadtgebiet ausgerückt, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg mit. „Durch den starken Regen und Hagelschauer mit Hagelkörnern von einem Durchmesser von rund fünf Zentimetern sind zahlreiche Keller vollgelaufen und Straßen überflutet“, hieß es. Rund 70 Einsätze waren es bis zum frühen Abend.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Nachmittag an Himmelfahrt in Teilen Hamburgs und Schleswig-Holsteins vor einzelnen schweren Gewittern, Starkregen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter, Sturmböen und großkörnigem Hagel gewarnt.

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