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Gespräche gescheitert : Uni-Streit: Kiel droht Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Reform der Lehrerausbildung: Kompromiss-Suche gescheitert. Stattdessen hat der Konflikt um die künftige Lehrerausbildung hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Kiel/Flensburg | Die erst vor vier Tagen begonnenen Gespräche zwischen den Präsidien der Kieler und der Flensburger Universität über die umstrittene Reform der Lehrerausbildung im Land sind gescheitert. Ein Treffen beider Seiten in Schleswig brachte gestern keine Annäherung der Standpunkte. Stattdessen hat der Konflikt um die künftige Lehrerausbildung eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Das Präsidium der Flensburger Universität sieht sich nach den geplatzten Gesprächen von der Kieler Hochschule brüskiert. Prof. Werner Reinhart: „Der Präsident der CAU, Gerhard Fouquet, hat uns wörtlich einen ‚blutigen Krieg und eine schmutzige Kampagne‘ angedroht, wenn wir ihm nicht folgen.“ Damit sei eine Grenze überschritten worden. Vor neuen Gesprächen müssten die Formulierungen aus der Welt geschafft werden, sagte der Flensburger Uni-Präsident im Interview mit unserer Zeitung.

Der Präsident der Christian-Albrechts-Universität (CAU), Fouquet, wollte gestern Abend gegenüber unserer Zeitung nicht von einem Scheitern der Gespräche reden. „Wir sind allerdings an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr sinnvoll ist, weiterzureden. Jetzt ist erst einmal die Politik gefragt“, sagte Fouquet.

Beide Hochschulen hatten sich am Montag nach einem Gespräch mit Bildungs-Staatssekretär Rolf Fischer bereit erklärt, in dem Streit um die Lehrerausbildung Kompromissmöglichkeiten auszuloten. Zuvor hatte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Universitäten um Hilfe bei der Erstellung einer beratungsfähigen Vorlage gebeten.

Auslöser des Konfliktes sind die von der Kieler Wissenschaftsministerin Waltraud Wende auf den Weg gebrachten Pläne, die Lehrerausbildung an beiden Hochschulen des Landes zu vereinheitlichen und Flensburg dabei stärker auszubauen als zunächst vorgesehen war. Nach Wendes Plänen sollen in Flensburg künftig Sekundarlehrer in 13 Fächern ausgebildet werden. Im Herbst hatten Ministerium und die beiden Universitäten nur sieben Fächer vereinbart, allerdings auf der Basis eines anderen Modells. Die Uni Kiel sieht den Konsens gebrochen und befürchtet die Verlagerung von Kapazitäten nach Flensburg. CDU und FDP im Landtag forderten die Landesregierung auf, den Gesetzentwurf zur Reform der Lehrerausbildung zurückzuziehen. Zugleich wurden aus der Opposition Rücktrittsrufe an die Adresse der parteilosen Ministerin Wende laut. Der Landtag soll die umstrittene Reform der Lehrerausbildung noch vor der Sommerpause beschließen.

Waltraud Wende wehrt sich derweil gegen die Kritik an ihrer umstrittenen Reform der Lehrerausbildung. „Jeder weiß, dass es nie auch nur einen klitzekleinen Ansatz gab, der Universität Kiel irgendetwas wegzunehmen“, sagte Wende der Deutschen Presse-Agentur. „Dennoch wird in einer Art Mobilmachung gegen die aktuelle Bildungspolitik so getan, als wäre es so.“ Sie rechnet damit, dass der Landtag die Reform wie geplant noch vor der Sommerpause verabschieden wird.

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