Gefahr von Tierseuche : Umweltministerium: Keine tierischen Lebensmittel von Reisen mitbringen

Tierische Lebensmittel seien keine Souvenirs, so Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann.
Tierische Lebensmittel seien keine Souvenirs, so Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann.

Ministerium gibt Hinweise zum Schutz vor Tierseuchen wie Maul- und Klauenseuche oder der Afrikanischen Schweinepest.

shz.de von
29. Juni 2018, 19:52 Uhr

Kiel | Das schleswig-holsteinische Umweltministerium weist zu Beginn der Reisezeit auf einen sorgsamen Umgang mit tierischen Lebensmitteln hin. Aus einer Mitteilung des Ministeriums geht hervor, dass Lebensmittel tierischer Herkunft Träger von hochansteckenden Tierseuchenerregern wie der Maul- und Klauenseuche (MKS) oder der Afrikanischen Schweinepest (ASP) seien.

Werden solche Lebensmittel aus betroffenen Ländern mitgebracht, achtlos in der Natur oder an Autobahnraststätten weggeworfen oder an Haustiere verfüttert, könnten die Tierseuchen auch hier auftreten. „Aus betroffenen Regionen sollten deshalb keine tierischen Lebensmittel mitgebracht werden. Für fast alle Nicht-EU-Staaten ist das ohnehin Vorschrift“, sagte Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann am Freitag in Kiel.

In der EU bisher vor allem der Osten betroffen

Derzeit trete die Maul- und Klauenseuche und die Afrikanische Schweinepest in zahlreichen Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU) auf – Deutschland sei aktuell nicht betroffen. Innerhalb der EU sei die Afrikanische Schweinepest inzwischen in Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Polen sowie auf Sardinien in Italien nachgewiesen worden. Zuletzt wurden besonders viele Fälle bei Hausschweinen in Rumänien und Polen festgestellt.

Zudem sollten aus osteuropäischen, von ASP betroffenen Ländern derzeit weder Wildschweinfleisch noch Schweinefleisch, Schweinefleischprodukte (Schinken, Salami) oder Jagdtrophäen von Wildschweinen mitgebracht werden, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie aus betroffenen Regionen stammen. „Ich appelliere an alle Reisenden und Berufsfernfahrer, sich verantwortlich zu verhalten. Tierische Lebensmittel sind keine Souvenirs. Reiseproviant muss in geschlossenen Müllbehältern entsorgt werden“, sagte Erdmann.

Strenge Vorschriften aus Nicht-EU-Staaten

Für die Einreise aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland gelten grundsätzlich strenge Vorschriften, was das Mitführen von Lebensmitteln tierischer Herkunft im Reisegepäck anbetrifft. Aus solchen Ländern dürfen keine Lebensmittel tierischer Herkunft wie beispielsweise Milch, Käse, Joghurt, Butter, Fleisch und Wurst als Reiseproviant oder Urlaubsmitbringsel eingeführt werden.

Bei der Einreise aus Nicht-EU-Ländern müssen tierische Lebensmittel zur amtlichen Kontrolle an einer veterinärrechtlichen Grenzkontrollstelle vorgestellt werden und dabei von den erforderlichen Dokumenten begleitet sein. In der Regel erfüllen Urlaubsmitbringsel oder Reiseproviant diese strengen Anforderungen nicht.

Für Schleswig-Holstein ist als Besonderheit zu beachten, dass es keine veterinärrechtlichen Grenzkontrollstellen gibt und im Reisegepäck mitgeführte tierische Lebensmittel aus Nicht-EU-Ländern grundsätzlich bei der Einreise am EU-Eingangsort zu beseitigen sind. Zum Beispiel darf kein Käse aus der Türkei im Reisegepäck mitgebracht werden. Auch bei der Rückkehr von Kreuz- oder Fährfahrten aus Nicht-EU Ländern ist diese Regelung zu beachten.

Ausnahmefälle

Für die Einreise aus Andorra, den Färöer-Inseln, Grönland, Island, Liechtenstein, Norwegen, San Mario und der Schweiz gelten diese Bestimmungen nicht. Für Fisch, Säuglingsnahrung und Spezialtierfutter gibt es weitere Ausnahmen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.schleswig-holstein.de/asp sowie beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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