TISPOL-Kontrollwoche im Strassenverkehr : Über 22.600 Schleswig-Holsteiner waren zu schnell unterwegs

Tausende Autofahrer gerieten ins Visier der Polizei.

Tausende Autofahrer gerieten ins Visier der Polizei.

Die Landespolizei spricht von einem „miserablen Ergebnis“ und ruft zu mehr Rücksicht auf den Straßen auf.

shz.de von
14. August 2018, 13:39 Uhr

In der vergangenen Woche legte die Landespolizei Schleswig-Holstein ein besonderes Augenmerk auf zu schnelle Autofahrer und sogenannte Aggressionsdelikte, wozu zum Beispiel Drängeln gehört. Dabei wurden insgesamt 22.679 Tempoverstöße festgestellt, wie die Landespolizei am Dienstag mitteilte. Die Schwerpunktaktion erfolgte im Rahmen einer europaweiten Kontrollwoche im Rahmen des TISPOL-Verbundes (Traffic Information System Police).

Die Polizei sieht sich dadurch in ihrer Schwerpunktsetzung bestätigt: „Wir hatten die Überwachungsaktion angekündigt und sie ist in den Medien intensiv dargestellt worden. Trotzdem ist die Zahl der Verstöße verglichen mit vorherigen Kontrollaktionen noch einmal gestiegen. Aus polizeilicher Sicht ist das Ergebnis miserabel“, sagte Uwe Thöming, der im Landespolizeiamt für die Verkehrssicherheitsarbeit zuständig ist.

Überhöhte Geschwindigkeit Hauptunfallursache

Zum Vergleich: Bei den gleichen Kontrollaktionen im August 2017 wurden 21.330 und im April 2018 21.235 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. „Wir können nur immer wieder betonen: Nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen. Außerdem spielt die Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle bei der Schwere der Unfälle, die andere Ursachen haben“, so Thöming weiter.

Im vergangenen Jahr starben auf den Straßen Schleswig-Holsteins insgesamt 100 Menschen, über 16.000 wurden verletzt. Die Landespolizei Schleswig-Holstein setzt daher zur Senkung der Unfallzahlen und Reduzierung der Unfallfolgen auf fortlaufende Überwachungs- und Aufklärungsarbeit, um Risiken und Folgen des Fehlverhaltens im Straßenverkehr deutlich zu machen und repressiv gegen Verstöße vorzugehen.

Schulanfang: Polizei mahnt zu mehr Rücksicht

Da die Sommerferien in wenigen Tagen enden und ab der kommenden Woche viele Schulanfänger am Straßenverkehr teilnehmen, ruft die Landespolizei noch einmal zu mehr Rücksicht und Vorsicht auf. Stete Aufmerksamkeit und moderate Geschwindigkeit insbesondere an Schulen und Kindergärten seien eine Lebensversicherung für die Jüngsten.

Demnach können Kinder bis zum Alter von zehn Jahren nur eingeschränkt Entfernungen und Geschwindigkeiten einschätzen. Sie seien durch ihre geringere Körpergröße eher durch parkende Fahrzeuge verdeckt. Motorische Fähigkeiten und Gefahrenwahrnehmungen seien im Vergleich zu Erwachsenen deutlich eingeschränkt.

In der Straßenverkehrsordnung heißt es: „Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.“

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