Flüge gestrichen : Tunesier sitzen in Hamburg fest

Sitzen in Hamburg fest (v.li.): Ben Marrouk, Belkhinion Latem und Karim Ltaief. Foto: Wüst
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Sitzen in Hamburg fest (v.li.): Ben Marrouk, Belkhinion Latem und Karim Ltaief. Foto: Wüst

Kein Flug nach Tunesien: Touristen können am Hamburger Flughafen ihren Urlaub nicht antreten. Tunesier campieren im Terminal, kommen nicht in ihre Heimat zurück.

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16. Januar 2011, 07:50 Uhr

Hamburg | Auf dem Flughafen strandeten Samstagabend etliche Reisende in den Terminals, die am Abend in Richtung Tunesien abheben wollten. Da keine Tunis-Air-Maschine in Hamburg gelandet war, wurde auch der für 19.20 Uhr geplante Flug nach Monastir ersatzlos gestrichen. Eine festsitzende Frau erlitt einen Nervenzusammenbruch, weil sie auf dem Flughafen erfahren hatte, dass ihre Mutter in der Heimat gestorben war. Eine Gruppe von Tunesiern mit Wohnsitz Dänemark wartete vergeblich auf ihre Reise ins Krisengebiet, wo sie ihren Familien zur Seite stehen wollten. "Niemand sagt uns, wie es weitergeht", klagte Karim Ltaief verzweifelt. "Wir werden von allen allein gelassen. Die Fluglinie ist nicht erreichbar, das tunesische Konsulat in Hamburg ist geschlossen." Die vier Männer, eine Frau und ein dreijähriger Junge richteten sich auf eine lange und ungemütliche Nacht am Flughafen ein.
Verärgert war auch Sahar A. Die junge Hamburgerin hatte ihre Tante zum Flieger nach Monastir bringen wollen. "Wir haben Angst, weil das Visum meiner Tante ausläuft." Sorgen macht sich die junge Frau auch um ihre Familie in der Stadt Sfax. Immerhin konnte sie dem Chaos in ihrem Heimatland auch etwas Gutes abgewinnen: "Es wurde höchste Zeit, dass Präsident Ben Ali weg ist."
(mlo, shz)

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