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Handelskette Coop : Tschüss Sky – Rewe übernimmt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bis 2018 will die Lebensmittelkette 163 Filialen der ehemaligen Coop-Filialen umbenennen - und das Wolken-Logo verschwindet.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 06:49 Uhr

Kiel | Die Meldung sorgte für Unruhe: Rewe, Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler, wird als neuer Mehrheits-Anteilseigner alle 163 Sky-Märkte in Norddeutschland bis Ende 2018 in „Rewe.Markt“ umtaufen.

Seit 1988 kennen die Schleswig-Holsteiner das markante wolkige Sky-Logo. Auch das wird mit der Umbenennung verschwinden.

Branchenkenner gehen aber davon aus „dass das Kind nur einen neuen Namen bekommt, aber sich sonst nicht viel ändert.“ Ende 2016 hatte Rewe sich an der „Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG“ mit 55 Prozent beteiligt, die restlichen 45 Prozent hält die Coop eG Kiel. Letztere hatte zuvor das operative Geschäft ihrer Sky- und Plaza-Märkte in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. Das Konstrukt war nötig, weil Rewe wegen des Genossenschaftsrechtes nicht direkt bei der damals notleidenden Coop einsteigen durfte.

Die Coop selbst ist heute zuständig für einen größeren Immobilienfundus, sie ist Lizenzgeber für die Marke „Unser Norden“ und kümmert sich um die 80.000 Genossenschaftsmitglieder, die auch Cooptimisten genannt werden. „Unsere Mitglieder werden weiter ihre Einkaufsvergünstigungen bekommen, auch wenn die Märkte Rewe heißen“ , versicherte Coop-Geschäftsführer Norman Boje am Donnerstag. Auch der Sprecher von Verdi Nord, Frank Schischefski, ist wegen der anstehenden Umflaggung nicht beunruhigt. „Es kommt nicht darauf an, was an dem Ladenschild draufsteht, sondern wie es drinnen zugeht“, so seine Philosophie. Momentan deute alles darauf hin, dass der Einstieg von Rewe sich positiv bemerkbar mache. „Der Umsatz steigt, die Werbung kommt an und wir hören nur Gutes.“

Das Bundeskartellamt hatte Anfang 2017 die Übernahme Coops durch Rewe freigegeben – allerdings unter Auflagen. In acht regionalen Märkten sowie zwei Hamburger Stadtbezirken hätte die Übernahme der Coop-Filialen durch Rewe zu einer Behinderung des Wettbewerbs geführt, erklärte damals der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. Elf Filialen wurden deshalb an die unabhängige, mittelständische Bartels-Langness-Gruppe verkauft, zu der unter anderem die Ketten Markant und Famila gehören. Von den heute noch existierenden 163 Sky-Märkten liegen über die Hälfte in Schleswig-Holstein. Die übrigen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Rewe und Coop waren bereits seit fast zehn Jahren in einer Einkaufskooperation verbunden, über die Coop bis zu 70 Prozent seiner Waren beschaffte. Die Umflaggung der Sky-Märkte war bereits beim Einstieg von Rewe 2016 festgeklopft worden, sollte jedoch eigentlich erst später erfolgen. Die Coop kann die Maßnahme also nicht verhindern, sondern höchstens verzögern. Derzeit werden laut Boje Konzepte erarbeitet, deren erste Schritte bereits ab Herbst dieses Jahres umgesetzt werden sollen. Eine Schließung der Märkte sei nicht beabsichtigt, die Mitarbeiter blieben weiterhin bei der Supermärkte Nord GmbH beschäftigt. Insgesamt haben mehr als 6400 Menschen einen Job bei der Sky-Betriebsgesellschaft in Schleswig-Holstein.

Offenbar verspricht sich der Mehrheitseigentümer von der Umflaggung Synergieeffekte, die sich in Euro und Cent auszahlen – etwa bei der Harmonisierung der IT-Systeme, in der Logistik und Werbung. Die Marke „Unser Norden“ bleibt laut Boje erhalten.

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