Treue Pflegegemeinschaft

Gemeinsame Sache: Seit zehn Jahren pflegen die Anwohner der Dornbreite die städtischen Pflanzkübel. Foto: ill
Gemeinsame Sache: Seit zehn Jahren pflegen die Anwohner der Dornbreite die städtischen Pflanzkübel. Foto: ill

Verkehrsberuhigung in der Lübecker Dornbreite gibt Beispiel für andere Stadtteile

Avatar_shz von
04. August 2011, 06:23 Uhr

Lübeck | Gerne wird über die Stadtverwaltung gemeckert, die in Zeiten knapper Kassen nicht alle Wünsche nach Ordnung und Sauberkeit im Straßenbild erfüllen kann. Aber es geht auch anders: In der Dornbreite im gleichnamigen Lübecker Stadtteil sorgen Anwohner seit zehn Jahren für das Straßenbild.

Mit Einführung der Tempo-30-Zone im Jahr 1986 war seitens des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr die Auflage ergangen, für die etwa 2,5 Kilometer lange und relativ breit ausgelegte "Dornbreite" Geschwindigkeit reduzierende Maßnahmen zu errichten. Aus Kostengründen wurde ein Provisorium geschaffen: Mit schräg versetzten Metallgittern an mehreren Stellen sollten Autofahrer gezwungen werden, abzubremsen. Den Anliegern gefielen die kargen Metallgitter gar nicht. Schnell sprach man von "Schweinebuchten".

Auf Initiative der Interessengemeinschaft Dornbreite wurden dann im Juli 2001 in Zusammenarbeit mit der Abteilung Verkehrsplanung im Bereich Verkehr die unansehnlichen Absperrgitter durch Blumenkübel ersetzt und der südliche Abschnitt der Dornbreite baulich umgestaltet.

Seitdem organisiert die Interessengemeinschaft im Frühjahr, Sommer und Herbst in Kooperation mit dem Gartenbaubetrieb Karsten Stein die Bepflanzung. Die Kosten trägt der Verein, die Pflege erfolgt durch die Anwohner.

"Dieses Projekt ist ein Beispiel für ein verlässliches ehrenamtliches Engagement, in dem Bürger die Sache eigenverantwortlich in die Hand nehmen und zur Verbesserung des Stadtbildes beitragen", ist der Lübecker Verkehrsplaner Andreas Krause zufrieden. Er sagte zu, dass nach der jüngst erfolgten Fahrbahnsanierung auch die im Laufe der Zeit abgängigen Pflanzkübel sukzessive erneuert werden, so dass die Basis für die nächsten Jahre gelegt wird. Die einstmal vorgesehenen Fahrbahneinengungen stehen nämlich wegen der angespannten Haushaltslage der Hansestadt Lübeck nicht auf dem Plan.

Friedhelm Anderl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Dornbreite, nutzte die Zehn-Jahres Feier noch für einen Wunsch an die Lübecker Verkehrsplanung. Wenn auf der A1 Stau sei, würden viele Autofahrer die Dornbreite als Ausweichstrecke benutzen. Das führe zu gefährlichen Situationen - auch weil es in der Straße keine Bordsteine gebe. Die Stadt Lübeck will die Situation jetzt prüfen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen