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Urlaub in SH : Tourismus 2013 wieder auf Wachstumskurs

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Schleswig-Holsteins Tourismuszahlen für 2013 hören sich erst einmal gut an. Platz sechs bundesweit bei den Wachstumsraten nach Platz 13 im Jahr zuvor. Und auch 2014 hat gut begonnen. Nachholbedarf gibt es laut Tourismusbarometer jedoch bei Qualität und Gästezufriedenheit.

Kiel | Der Tourismus in Schleswig-Holstein befindet sich wieder auf Wachstumskurs. Erstmals seit Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in Schleswig-Holstein stärker gewachsen als in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Im Vergleich der Bundesländer lag das Land zwischen den Meeren bei den Wachstumsraten auf Platz sechs. Das zeigt das Sparkassen-Tourismusbarometer, dessen Ergebnisse am Mittwoch in Kiel vorgestellt wurden. Dabei entwickelten sich die Regionen durchaus unterschiedlich. So konnte die Nordseeküste nur ein leichtes Plus bei den Ankünften (1,9 Prozent) und ein stagnierendes Ergebnis bei den Übernachtungen verzeichnen (-0,1), während die Ostseeküste deutlich zulegte: Um 3,4 Prozent bei den Ankünften und 1,5 Prozent bei den Übernachtungen.

Potenzial hat auch der Tourismus jenseits der Küsten, wie die Zahlen zeigen. So legte das Binnenland 2013 bei Ankünften (+3,3) und Übernachtungen (3,7) deutlich zu. Verlierer waren laut Tourismusbarometer wie schon im Vorjahr die Nordseeinseln. Auch für 2014 stehen die Aussichten auf Wachstum: So zeigten der für die Küstenregionalen optimale Jahresstart ohne echten Winter und der späte Ostertermin bereits Wirkung, heißt es im Tourismusbarometer.

Als Wachstumsbremse könnte sich allerdings der gegenüber 2013 um zwei Wochen verkürzte Sommerferienkorridor herausstellen. Mit rund 170.000 Beschäftigten und 7,7 Milliarden Euro Umsatz ist der Tourismus eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine im Land. Ausruhen auf den guten Zahlen sei aber nicht angesagt, sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein (TVSH), Dithmarschens Landrat Jörn Klimant. Der Grund: Langfristig gesehen verliert Schleswig-Holstein Marktanteile, wie Mathias Feige vom Tourismus- und Freizeitberater dwif-Consulting (Berlin) betonte. In den vergangenen 20 Jahren sei der Marktanteil von acht auf sechs Prozent gesunken, sagte der Tourismusexperte. „Das kann nicht zufriedenstellen.“

Ein Fazit der Tourismusexperten: Schleswig-Holstein braucht ein stärkeres nachhaltiges Tourismusangebot. „Die Akteure in Schleswig-Holstein werden um das Thema Nachhaltigkeit nicht herum kommen“, sagte Karsten Heinsohn von dwif-Consulting. „Sonst kommt der Markt um Schleswig-Holstein herum.“ Nachholbedarf bescheinigt das Tourismusbarometer den Hoteliers, Gastwirten und sonstigen Touristikern bei Qualität und Gästezufriedenheit. Sowohl die sinkende Anzahl der Qualitätslabels als auch die gemessene Gästezufriedenheit zeigten die Notwendigkeit, hier einen stärkeren Fokus zu legen, heißt es.

Insofern begrüßt der TVSH auch die neue Tourismusstrategie des Landes, deren Eckpunkte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) Anfang März vorgestellt hatte. Der Verband werde genau darauf achten, wie die Strategie umgesetzt werde, sagte Klimant. Entscheidend für den Erfolg würden Qualität, Dynamik und finanzielle Ausstattung des Umsetzungsmanagements sein. Denn Schleswig-Holstein habe kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 17:41 Uhr

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