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Sonntagabend im „Tatort“ : Tod einer Ära – mit Ansage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach 13 Jahren verabschieden sich die Berliner Kommissare Stark und Ritter am Sonntag vom Tatort. Ob der Ausstieg gelungent ist, hat sich Autor Frank Kober schon mal angeguckt.

Nun landet auch der Berliner „Tatort“ da, wo die Berliner Politik seit langem dümpelt – im Nirvana zwischen Sinn und Unsinn. Soll heißen: Bis dato waren die Fälle mit Dominic Raacke und Boris Aljinovic entweder richtig gut oder richtig doof. Jetzt, mit dem angekündigten Aus für das Duo, hat sich Raacke schon mal verabschiedet, so dass nicht nur eine finale, sondern auch eine Not-Lösung für den Abgang von Kommissar Felix Stark (Aljinovic) hermusste.

Und so sieht die Nummer heute Abend dann auch aus. Ganz wie im politischen Leben des Regierenden „Wowi“: nebulös, prätentiös, skandalös. Als „Chronik eines angekündigten Todes“ und unter dem markerschütternden Schlachtruf – „Vielleicht“.

Denn ausgerechnet eine Psychologiestudentin aus Norwegen (Olsen Lise Risom) hat verdammt schlechte Träume und wendet sich an die Polizei. Sie prophezeit Felix Stark und seiner Truppe zuerst den unnatürlichen Tod einer Kommilitonin, dann den Mord an zwei Männern und schließlich gar das blutige Ende unseres Kommissars.

Tatsächlich werden die ersten beiden Alpträume wahr. Nicht einmal die Kripo kann das verhindern. Fragt sich nur: Muss auch Felix Stark wirklich sterben?

„Vielleicht“ dachte sich ja Klaus Krämer (Buch und Regie), dass er mit einer Kassandra-Story ein sublimes Ende findet für die Ära Ritter & Stark. Dass Ungewissheit und Angst allemal mehr Emotionen bei uns Zuschauern auslösen, als ein szenischer Epilog des Bösen – mit allem Krawumm, wie er sich für den Abgang eines 13-jährigen Kripo-Teams ziemt. Leider geht die Idee kaum auf. Nicht nur, dass kein Wort über den fehlenden Ritter verloren wird, dieser ganze „Tatort“ wirkt hilflos.

„Vielleicht“ ging es ja im Abschiedsknatsch mit dem RBB nicht anders, aber verdient haben Aljinovic (und Raacke!) so ein Finale nicht. So ganz ohne Pep und Mut und Witz. Schauen wir also, wie Mark Waschke und Meret Becker als neues „Tatort“-Duo ab 2015 Berlin aufmischen. Am besten gleich am BER-Flughafen und „vielleicht“ mit „Wowi“ in einer Nebenrolle?
 

„Tatort - Vielleicht“, 20.15 Uhr, ARD

 

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