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Missstände in Schweinemast-Betrieben : Tierquälerei: Strafanzeigen gestellt

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Die Organisation „Animal Equality“ hat heimliche Aufnahmen in fünf Schweinemästereien gemacht und Anzeige erstattet. Die Betriebe belieferten angeblich Edeka. Der Konzern spricht von nicht tolerierbaren Gesetzesverstößen.

Kiel/Neumünster | Nach Berichten über Missstände in Schweineställen sind mehrere Strafanzeigen gestellt worden. Die Tierschutzorganisation „Animal Equality“, die die im NDR gezeigten Aufnahmen heimlich in fünf Schweinemästereien gemacht hatte, hat gegen diese Betriebe Strafanzeige gestellt. Die Bilder zeigten unter anderem mutmaßliche Verstöße gegen die Tierschutznutztierverordnung, teilte „Animal Equality“ am Montag mit. Die Betriebe belieferten den Angaben zufolge unter anderem Edeka für das Markenprogramm „Gutfleisch“. Auch die zuständigen Veterinärämter wurden wegen Nichteinschreitens angezeigt. Die Anzeigen gingen am Montag per Fax und Post an die Staatsanwaltschaften Itzehoe und Kiel.

In beiden Behörden konnte der Eingang zunächst nicht bestätigt werden. Edeka Nord distanzierte sich am Montag erneut von den Aufnahmen. Es handele sich bei den Zuständen um nicht tolerierbare Gesetzesverstöße. „Eine schnelle und vollständige Aufklärung der aktuellen Vorwürfe ist für uns von oberster Priorität“, hieß es in einer Stellungnahme. Eine umfassende interne Prüfung sei eingeleitet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden. „Wir wissen immer noch nicht, um welche fünf Betriebe es sich handelt“, sagte eine Sprecherin von Edeka Nord. Sie wies noch einmal darauf hin, dass es sich nicht um unternehmenseigene Betriebe handelt. Edeka unterhalte keinerlei eigene landwirtschaftliche Betriebe. Vielmehr handele es sich um eigenständige Landwirte, die Edeka im Rahmen des Gutfleisch-Programms belieferten.

Irritiert zeigte sich Edeka davon, dass „Animal Equality“ die Aufnahmen monatelang zurückgehalten und weder die Behörden noch Edeka informiert habe. Die Bilder wurden bereits im März und Juni gemacht. Ein Sprecher der Organisation verteidigte das Vorgehen: Oft würden Anzeigen aufgrund von Tierschutzverstößen fallen gelassen. „Erst durch den Druck, der durch die mediale Berichterstattung entstanden ist, sehen wir eine realistische Chance, dass die Staatsanwaltschaft aktiv wird.“

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erstellt am 11.Aug.2014 | 18:24 Uhr

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