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Heizkosten : Teurer Winter: Zeigen Sie den Kosten die kalte Schulter

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Noch hat der Winter nicht begonnen, aber schon jetzt steht fest: Es wird die teuerste Heizperiode aller Zeiten. Die Preise für Strom, Heizöl, aber auch Gas und Wasser steigen. shz.de zeigt, wie Sie trotzdem sparen können.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2013 | 15:05 Uhr

Selbst ein außergewöhnlich warmer Winter kann den Schock beim Blick auf künftige Energie- und Heizkostenabrechnungen nicht verhindern. Die Preise explodieren. Durch die Erhöhung der Ökostromumlage muss eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4000 kWh 76 Euro mehr zahlen. Ein Single wird laut Berechnungen des Vergleichsportals Verivox künftig pro Jahr mit 494 Euro statt wie bisher mit 462 Euro zur Kasse gebeten. Von der Erhöhung um 31 Euro entfallen 14 Euro auf die Ökostromumlage, fünf Euro auf die Mehrwertsteuer und zwölf Euro auf Netzentgelte. Seit 2008 kletterte der Strompreis nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um satte 35 Prozent.

Wer mit Öl heizt, ist nicht besser dran. Die Preise für den fossilen Brennstoff sind in den letzten fünf Jahren um mehr als ein Viertel gestiegen, liegen heute 28 Prozent über denen vom Oktober 2008. Nach Auskünften des Bundes der Energieverbraucher muss auch in diesem Winter wieder mit deutlichen Preisanstiegen gerechnet werden. Zurzeit kosten 100 Liter im Land durchschnittlich zwischen 85 und 91 Euro. Tendenz steigend. Schleswig-Holsteiner, die mit Gas heizen, haben die Tariferhöhungen gerade hinter sich. Immerhin versprechen die Versorger im Norden, in den nächsten Monaten nicht weiter an der Preisschraube zu drehen. Wer den hohen Energiekosten die kalte Schulter zeigen will, kann mit wenigen Handgriffen den Stromverbrauch bei sich im Haushalt senken und Heizungswärme sinnvoller einsetzen.

STROM

Kein Standby

Noch immer ist der Standby-Verbrauch mit rund 400 Kilowattstunden pro Jahr sehr hoch. Geräte, die nicht genutzt werden, sollten „wirklich aus“ sein. Daher empfiehlt es sich, die gesamte Unterhaltungselektronik an eine ausschaltbare Steckerleiste anzuschließen. Gleiches gilt für Fernseher, DVD-Player sowie für die Rechner. Auch Router sollten ausgeschaltet sein, wenn man sie nicht nutzt. Das ist leider nicht bei allen Modellen möglich und gilt auch für andere Geräte. Daher beim Einkauf immer auf einen „Ausschalter“ achten.

Stecker ziehen

Den Stecker von Ladegeräten (Rasierer, Zahnbürsten, Handy etc.) ziehen, wenn nicht aufgeladen wird.

Kocher statt Herd

Wasser mit dem Heißwasserbereiter – auch für Nudeln, Kartoffeln und Weiteres – herstellen und nicht auf dem Herd erhitzen.

Licht aus

Das Licht ausschalten, wenn es nicht benötigt wird. Glühlampen gegen LED oder Energiesparlampen tauschen.

Wasser sparen

Wird das warme Wasser mit Durchlauferhitzern produziert, heißt Wasser sparen auch Strom sparen. Also Duschen statt Baden und die Hände mit kaltem Wasser waschen. Mischhebel immer auf kalt stellen, dann nutzt man das warme Wasser bewusster. Herkömmlichen Durchlauferhitzer ggf. gegen elektronisch geregelten tauschen (verringert den Stromverbrauch um zehn Prozent).

Verbrauch notieren

Einmal im Monat den Stromzähler ablesen und den Verbrauch notieren. Das schafft ein neues Bewusstsein und reduziert den Verbrauch. Beteiligen Sie sich am Wettbewerb www.stromabwärts.de, sparen Sie mindestens zehn Prozent Strom und gewinnen Sie eine Reise oder ein Pedelec.

Energie-Check

Lassen Sie einen Basis-Check durch einen Energieberater der Verbraucherzentrale machen. Terminvergabe unter 0431-59099-40 (oder 0461-28604).

HEIZUNG

Drosseln

Heizung in den Räumen, die vorübergehend – z. B. während der Arbeitszeit – oder länger nicht genutzt werden, drosseln und die Türen geschlossen halten.

Richtig lüften

Erst Quer- oder Stoßlüften, dann die Thermostatventile auf die gewünschte Zahl drehen. Bzw. immer vor dem Lüften die Thermostatventile drosseln.

Feuchtigkeit vermeiden

Feuchtigkeit vom Duschen, Baden und Kochen immer sofort raus lüften (Thermostatventile geschlossen und quer lüften). 1 Grad weniger spart sechs Prozent Energie.

Türen und Fenster abdichten

Sind die Fenster dicht? Ein Blatt Papier einklemmen. Wenn man es bei geschlossenem Fenster raus ziehen kann, ist der Rahmen nicht ausreichend abgedichtet. Ebenfalls Haustür abdichten (mit passendem Gummi und ggf. Bürsten am unteren Rand) und ebenso die Türen zu allen Räumen, in denen die Temperatur niedriger ist.

Heizkörper

Heizkörper nicht durch Vorhänge oder Möbel zustellen, ggf. Heizkörpernischen dämmen.

Hausbesitzer

Heizung vor der Heizperiode warten lassen und hydraulischen Abgleich machen lassen (gilt für Gebäude ab Baujahr 1978; erst Kostenvoranschlag machen lassen und Erfahrung abfragen, ggf. müssen voreinstellbare Thermostatventile eingesetzt werden). Denn mehr als zwei Drittel aller Heizungen sind nach einer Untersuchung der Verbraucherzentrale 2011 nicht optimal eingestellt. Anzeichen dafür sind: Geräusche der Heizung, einzelne Räume werden nicht richtig oder zu spät warm. Nach jeder Dämmmaßnahme, dem Austausch von Fenstern o.ä. muss die Heizungsanlage erneut nachgesteuert werden.

Wärme-Check

Lassen Sie einen Gebäude-Check durch einen Energieberater der Verbraucherzentrale machen. Termine unter Telefon 0431-59099-40 oder 0461-28604.

 
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