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ARD-Krimi mit Armin Rohde : „Tatort“-Kritik: Ein Familientyrann sieht rot

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Im Sonntags-Tatort spielt Armin Rohde einen Ex-Knacki, der nicht nur die Kölner Ermittler Ballauf und Schenk brüskiert.

Vor acht Wochen erst verhalf Mimen-Koloss Armin Rohde Joachim Król zu einem denkwürdigen „Tatort“-Abgang. Dabei schürfte Rohde in den finstersten Ecken seiner Schauspielerseele und förderte eine ebenso gebrochene wie brutale Figur zutage. Publikum und Presse waren begeistert. Schürrle-Götze, Rohde-Król – besser kann ein „Assist“, wie wir ihn vom Fußball kennen, kaum aussehen. Oder doch?

Heute Abend jedenfalls kommt Rohde erneut auf das Schurkische in seiner Seele zurück und zelebriert ein Arschloch, wie es im Buche steht. Genauer: einen Ex-Knacki, der nicht nur Ballauf und Schenk brüskiert (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär), sondern vor allem seinen Sohn Erik (Ludwig Trepte) bis zur Selbstverleugnung schikaniert. Weil dieser angeblich die falschen Freunde hat, weil er das falsche Mädchen liebt und weil er sowieso ein Weichei ist.

Der Vater-Sohn-Zoff eskaliert, als Oliver Mohren, ein junger Szene-Club-Besitzer, von Eriks Freundin Laura (Alice Dwyer) tot aufgefunden wird. Schnell entdecken Ballauf und Schenk, dass es zwischen Erik, Laura und Oliver mächtig geknistert hat. Der Liebe wegen. Doch Eifersucht scheint nicht wirklich das Tatmotiv zu sein. Denn als Eriks Vater Ralf (Rohde) die Szene betritt, schwant den Kommissaren eine ebenso dunkle wie brutale Familien-Tragödie.

Norbert Ehry (Drehbuch) weiß, was er Behrendt und Bär schuldig ist – ein Drama, das nicht auf, sondern unter der tristen Oberfläche brodelt. Mit zerrissenen Figuren, starken Gefühlen und einem Reality-Touch, der uns Zuschauer fast persönlich betroffen macht.

Und Regisseur Kaspar Heidelbach, der seit 1997 mit Ballauf und Schenk schon zwölf Folgen realisiert hat, weiß erst recht, wie er das Kölner Team zum Leuchten bringen kann. Und so schiebt er den beiden heute nicht nur Kotzbrocken Rohde vor die Nase, sondern zugleich Frischling Patrick Abozen, der als neuer Kripo-Assi unsere Altherren-Cops wahlweise auf Trab und durcheinander bringt.

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erstellt am 19.Apr.2015 | 10:17 Uhr

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