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Sonntagskrimi aus Frankfurt : „Tatort“: Horrorvision mit Pfiff

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Ein Nachbarschaftsstreit, die Jagd nach dem Super-Algorithmus und eine tote Seniorin: Die Story ist abstrus - aber gut.

Für den Ulk-„Tatort“ zur Weihnachtszeit sind ja eigentlich die Weimarer Kommissare Lessing und Dorn zuständig (Christian Ulmen, Nora Tschirner). Aber die dürfen erst im Februar wieder ran. So müssen heute mal in Frankfurt die Spaßgranaten fliegen. Schon, weil es die Kollegen Anna Janneke und Paul Brix (Margarita Broich, Wolfram Koch) mindestens genauso drauf haben.

Erst recht, wenn noch Roeland Wisnekker als Kripo-Chef Henning Riefenstahl mitmischt und in den neuen Kommissariatsräumen wichtig tut. Stühle rücken, Kisten schieben, Glühbirnen wechseln. Zum Quieken, dieses Team! Mit und ohne Sonnenbrille.

Was? Wie? Ein Mordfall? Janneke und Brix sollen mal den Ball flach halten. Wegen einer aufgeregten Omi, die ihren Nachbarn seit ein paar Tagen vermisst, muss doch nicht die Mordkommission ran. Oder doch? Verdächtigt wird der junge IT-Freak Nils Engels (Jan Krauter), der in einem ebenso noblen wie spießigen Vorortviertel Herrn Abendroth abgemurkst haben soll. So, wie er schon jede Menge Katzen und Hunde in seiner High-Tech-Villa hat verschwinden lassen.

Und tatsächlich finden Janneke und Brix Spuren einer möglichen Gewalttat. Aber dass der Nachbarschaftsclinch um Herrn Abendroth mit der Jagd nach einem Super-Algorithmus und vielen Millionen Dollar zusammenhängt, dämmert ihnen erst, als in Frankfurt alle Lichter ausgehen. Und ein Toter in Engels’ Vorgarten liegt.

Was für eine abstruse Story (Buch: Stephan Brüggenthies, Andrea Heller)! Kiezmief und Globalisierung in einem Topf. Aufgekocht zu einer köstlichen Horrorvision unserer digitalen Zukunft von Wunder-Regisseur Markus Imboden. Und serviert von einem höchst fidelen Ensemble (u.a. noch Constantin von Jascheroff, Cornelia Froboess).

Da gucken alle dumm aus der Wäsche. Selbst wir Zuschauer, die wir die versteckten Gags und verklausulierten Geistesblitze meist erst im Nachhinein kapieren. Wie war das nochmal mit Social Media und diesem „Smart Home“-Dingsda? Was kommt da auf uns zu?

„Tatort: Wendehammer“, 20.15 Uhr, ARD

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erstellt am 18.Dez.2016 | 16:43 Uhr

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