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Kommissar Faber : „Tatort“: Dortmunder Quartett auf Crashkurs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Feinfühlig und todtraurig: Das Kripo-Team um Kommissar Faber ermittelte in Sachen Flüchtlinge.

Der nächste „Tatort“ zur Asyl-Problematik. Wie letzte Woche schon, bei Falke und Lorenz (Möhring/Schaller). Und um das Ausmaß des Dramas für uns erneut bis zur Schmerzgrenze fühlbar zu machen, muss heute Abend die sechsjährige Emma sterben, die auf einem Spielplatz im Sand buddelt, ein Tütchen bunter Bonbons findet und nascht. Kurz darauf ist sie tot. Todesursache: Eine Überdosis Kokain.

Ein Schock – nicht nur für die Eltern, sondern auch für das Dortmunder Kripo-Team Faber, Bönisch, Dalay und Kossik (Jürgen Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Stefan Konarske). Zeigt sich doch, dass ein Geschwisterpaar aus dem Senegal am Vorabend das Kokain im Sand verscharrt hatte, um einer Polizei-Razzia zu entgehen. Flüchtlinge, Kleinkriminalität, Drogen – was für ein Teufelskreis ist das?

Während Faber wütet und sich sogleich auf den vermeintlichen Drahtzieher der Dealerbande stürzt, ermitteln die anderen im Umfeld von Emmas Familie. Jamal und Niara aus dem Senegal jedoch (Warsama Guled, Victoire Laly) sind abgetaucht. Aber nicht lange. Schon am nächsten Tag wird Niara erschlagen aufgefunden. Und wenig später liegt der nächste afrikanische Dealer tot in seinem Blut. Hat Emmas Tod etwa einen Bandenkrieg in der Dortmunder Nordstadt ausgelöst? Räumt hier jemand auf, um das Revier zu übernehmen?

Jürgen Werner (Buch) und Dror Zahavi (Regie) schicken unser Kripo-Quartett auf einen echten Crashkurs in Sachen Flüchtlinge. Doch Emmas Tod, die Verzweiflung der Asylanten sowie die privaten Wehwehchen und Querelen strapazieren das Team aufs Äußerste. Obendrein ist die Geschichte so atemlos und so düster fotografiert, dass wir Zuschauer kaum Abstand halten können. Die Bilder und Ereignisse überrollen uns schlicht.

Wie im wahren Leben, wo die Flüchtlingskrise jeden Tag neue, unlösbare Fragen stellt. So wird dieser „Tatort“ – mit seinem feinfühligen Ensemble und seinem todtraurigen Finale – zu einem Bildnis der Ohnmacht. Wohin führt uns die Asylpolitik?

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