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„Auf ewig Dein“ : „Tatort“ aus Dortmund: Der Killer und der Kommissar

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dieser „Tatort“ fängt an wie jeder „Tatort“. Mit einem ganz normalen Leichenfund. Daraus entwickelt sich ein hammerharter Krimi.

Am Ende rennt heute Chaos-Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) im Bademantel durchs Präsidium. Nur im Bademantel! Und er ruft seiner Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) hinteher: „Warten Sie! Was soll das werden? Hier denken doch sowieso schon alle, ich bin verrückt.“

Womit er irgendwie Recht hat. Und wir lachen. Doch nicht nur über den Bademantel, sondern etwas befreit – weil wir gerade einen hammerharten „Tatort“ hinter uns haben. Ein aberwitziges Katz-und-Maus-Spiel mit einem Psychopathen, in dem auch Fabers Schicksal am seidenen Faden hing. Denn Jürgen Werner (Buch) und Dror Zahavi (Regie, zuletzt „Tatort: Franziska“) lösen endlich das Mysterium um den Tod von Fabers Familie auf.

Dabei fängt dieser „Tatort“ wie jeder „Tatort“ an. Mit einem normalen Leichenfund. Aber was heißt „normal“? Das Opfer, Marie, war erst zwölf. Sie wurde erdrosselt und hastig im Wald verscharrt. Faber ahnt sofort, dass hier ein Serienkiller unterwegs ist, der es auf kleine Mädchen abgesehen hat. Schon verschwindet in Dortmund das nächste Mädchen.

Und während Nora Dalay und Daniel Kossik (Aylin Tezel, Stefan Konarske) das Umfeld der Kinder abklappern (u.a. Hans-Jochen Wagner, Martin Reik), stoßen Faber und Bönisch bald auf den Mörder (diabolisch: Florian Bartholomäi). Und der hat es nicht nur auf kleine Mädchen abgesehen, sondern – auf Faber. Zum Glück bewahrheitet sich auch heute der Eindruck vom letzten Mal („Eine andere Welt“): das Dortmunder Kripo-Quartett hat sich gefunden und besticht mit seinen wunderbar komplexen Charakteren. Nichts läuft hier glatt, beruflich wie privat fliegen die Fetzen. Und trotzdem kommen sich die Querköpfe immer näher, entsteht ein Grundvertrauen, das persönliche Schwächen auffängt und produktiv macht.

Wie sonst käme Kollegin Bönisch dazu, Fabers miefige Klamotten aus der Dusche zu klauen, um sie zu waschen. „Sonst wird das nie was!“ Richtig, sie müssen sich um einander kümmern, um als Team zu funktionieren. Schlechte Laune hin, Liebesknatsch her. Nur, ist das jetzt wirklich das Ende von Fabers Stinke-Parka?

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erstellt am 02.Feb.2014 | 09:56 Uhr

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