Salzwasserhelden der DGzRS : Tag der Seenotretter auch in SH ein Erfolg

Wem das Wasser im Sturm schon bis zum Hals steht, kann immer noch auf die Hilfe der Seenotretter hoffen. Die Frauen und Männer der DGzRS wagen sich auch dann noch auf Nord- und Ostsee, wenn Orkane toben.

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27. Juli 2014, 15:37 Uhr

Bremen | Amrum, Eckernförde, Ueckermünde: Die Salzwasserhelden der DGzRS haben bis zu 25.000 Besuchern in ihren Stationen an Nord- und Ostsee von ihrer Arbeit berichtet. An 42 der insgesamt 54 Stationen mit zusammen 1000 Seenotrettern waren am Sonntag Schiffe und Boote zur Besichtigung geöffnet, in der Bremer Zentrale gab es ein großes Informationsprogramm. Allein in Bremerhaven oder auch auf Borkum seien jeweils rund 900 Besucher gezählt worden, sagte eine Sprecherin. Auch im Vorjahr lag die Besucherzahl bei rund 25.000.

Rund 2000 Mal im Jahr rücken die Männer und Frauen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger bei jedem Wetter aus, um Menschen in Not zu helfen. „Wir fahren grundsätzlich los, versuchen natürlich alles, was wir können“, sagte Vormann Timo Wieck vom Seenotkreuzer „Hermann Helms“ in Cuxhaven. Oft überschätzten unerfahrene Wassersportler ihre Fähigkeiten und unterschätzten Gefahren, wie die Strömung im Wattenmeer.

2013 befreiten die Seenotretter 718 Menschen aus Gefahren, 2012 waren es mehr als 1200. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark. 2015 feiert die DGzRS den 150. Geburtstag der Seenotrettung in Deutschland. Jedes Jahr unterstützt ein prominenter Botschafter die DGzRS, in diesem Jahr ist es der Sänger und Wahl-Bremer Klaus Lage.

Immer wieder gibt es auch Großeinsätze in der Berufsschifffahrt, an denen die Seenotkreuzer der DGzRS beteiligt sind. Unvergessen ist der Brand auf der Fähre „Lisco Gloria“ vor Fehmarn im Oktober 2010. Alle 236 Menschen konnten damals in einer Gemeinschaftaktion von Wasserschutzpolizei, Marine, DGzRS und anderen Helfern von Bord gerettet werden.

Die DGzRS finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Zuwendungen, sie bekommt kein Geld vom Staat. „Um auf die Herausforderungen der Zukunft zu reagieren, sind wir auf die Unterstützung aus allen Teilen der Bevölkerung angewiesen“, warb der ehrenamtliche Vorsitzer der DGzRS, Gerhard Harder. „Die DGzRS geht mit den ihr anvertrauten Geldern sehr verantwortungsbewusst um.“Gerade wird auf einer Werft an der Weser ein neuer, mehrere Millionen Euro teurer Seenotrettungskreuzer gebaut. Entscheidend seien nicht nur die großen Schiffe mit bis zu 46 Metern Länge, besonders wichtig sind nach Harders Worten auch die kleinsten Schiffchen der 32-Zentimeter-Klasse: Die Sammelschiffchen.

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